Christchurch . Verwundete Stadt

2011 war das Jahr, an dem die Welt still stand in Christchurch. Ganze 10 Sekunden dauerte das große Beben und danach war nichts mehr, wie es vorher war: 185 Menschen starben. 6.000 verletzt. 100.000 Wohnhäuser waren zerstört. Die Wunden, die diese 10 Sekunden in den Herzen und den Seelen der Menschen hinterlassen hat, konnte ich nicht sehen. Aber die in der Stadt sind deutlich sichtbar.

Parkplätze gibt es in rauhen Mengen. Es muss schwer sein, wieder Vertrauen zu fassen. So viel Vertrauen, dass man an diesem Ort wieder in Immobilien investiert. Zumal man Gebäude in Christchurch nicht gegen Erdbeben versichern kann. Die Versicherungen haben gelernt: unkalkulierbares Risiko. Und erdbebensicher zu bauen ist vermutlich unerschwinglich. Das Fazit: eine zerpflückte Stadtlandschaft, kaum Altbauten. Nur an ein paar Stellen sieht man, wie schön Christchurch einmal gewesen sein muss. Ein paar Neubauten. Fantastisch ist das Kunstmuseum. Ganze Stadtteile voller einstöckiger Bauten, eigentlich Behelfsimmobilien, in denen Autos, Möbel o.ä. verkauft werden. Und Baustellen an allen Orten. Wohnungsneubau sieht man viel mit kleinen Reihenhäuschen. Der Neuseeländer hat gerne seine eigenen vier Wände um sich. Und es gibt ein paar schön restaurierte Überlebende: der Museumskomplex zum Beispiel oder das renommierte Christ College. Soweit das Stadtbild.

Jetzt zu den Menschen: Sie sind die freundlichsten, nettesten, höflichsten und aufmerksamsten Mitmenschen, denen ich je begegnet bin! Alleine deswegen fühlt man sich in Christchurch vom ersten Augenblick an wohl.

Für jeden Pflanzenfan ein absolutes Muss ist der Botanische Garten: Victorianische Gewächshäuser und ein atemberaubendes Arboretum. Bekannter Habitus in XXL. Die Kiefern nehmen kein Ende. Die Giant Sequoyer wachsen tatsächlich in den Himmel. Eukalyptus, für den es eine Großfamilie braucht, um ihn umfassen zu können. Der Botanische Garten ist fantastisch!!!!!!

Und unbedingt einen Blick in die Neuseeland-Abteilung werfen: Ja, man ist hier tatsächlich am anderen Ende der Welt. Ganz weit weg von zu Hause!

Ich habe noch nie solche Pinien gesehen!!!!

Das fahrende Restaurant

Aus Melbourne haben die Christchurcher die Wagen importiert, die jetzt wieder die früheren Gleise befahren. Zum Sightseeing tagsüber und abends als Restaurant mit wirklich leckerem Essen und passenden Weinen. Ella hatte das als Überraschung für uns gebucht.

4 Kommentare zu „Christchurch . Verwundete Stadt“

  1. Liebe Doris, liebe Ella,
    Ich finde euren Blog einfach großartig und freue mich jedesmal auf die so ausgesprochen witzig geschriebenen Eindrücke und Perspektiven (down under)
    Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und beste Grüße aus Hamburg ( immer noch brutal heiß). Lieben Gruß, Elvira

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  2. Ich kann mich Elvira nur anschließen.
    Wirklich großartig!
    Toll, wie man als blinder Passagier so mit reisen kann.
    Euch noch viele Abenteuer😊
    Eure Marey

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  3. Liebe Doris,
    danke, dass Du uns mitnimmst 🙂 sehr schön geschrieben, ich freu mich weiter zu lesen. Neuseeland ist bei mir 30 Jahre her, ich werde jetzt durch deine Texte wieder erinnert.
    Ich wünsche Euch noch eine schöne Zeit! Liebe Grüße Inke

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