Kia ora Aotearoa!

Ich hätte nicht geglaubt, dass ich in meinem Leben einmal die Südhalbkugel betrete. Geschweige denn Neuseeland. Ein Wunsch, eine Idee – wahrscheinlich schon immer. Schließlich haben wir sehr liebe Freunde dort. Aber wirklich umsetzen…? Und dann kam es so: Ella ist für ihr Praktikum in Christchurch. Zwischen Praktikum und Studium war sieben Wochen Platz. Und dann die Frage: Hast du Lust….?

Klar. Es folgten Überlegungen hin und her und Matthias sagte: „Once in a lifetime. Du wirst es bereuen, wenn du das jetzt nicht machst.“ Okay. Ich mach‘s!

Ein paar Wochen später und einige Nerven weniger bin ich schließlich hier.

Kurze Rückschau: Die Einreisebestimmungen sind so komplex, dass ich schon an der Traveldeclaration gescheitert wäre. Die hat Ella dann für mich gemacht. Impfen, internationaler Führerschein, Reiseapotheke, Packlisten. Und alles zu Hause ans Laufen bringen, was sonst gestockt wäre. Aber dann flog ich – vermeintlich komplett vorbereitet – los.

Hamburg – Dubai – Melbourne und Stopp. „Where is your visum?“ Die Mitarbeiterin am Check in war eindeutig. „Ich als Europäerin brauche keines. Brauchte ich noch nie. Nur die Traveldeclaration, Internationale Impfbescheinigung, Rückflugticket, bitte schön.“ „You need a visum.“ Sie zeigt sich unbeeindruckt. „Ich habe Freunde in Neuseeland, meine Tochter ist auch schon da. Die können das alle bestätigen.“ Unbeeindruckt. Inzwischen hatte ich alle in Neuseeland aufgeschreckt: Alle waren am Telefon und ebenso hilflos wie ich. „I talk to you. Not to anybody else.“ Sie griff zum Telefon und informierte das Bodenpersonal, dass mein Koffer nebst einem anderen, der einer ebenso glücklosen Russin gehörte, wieder auszuladen seien. Grmpf. Was jetzt? Eine mitfühlende Schalterzugehörende sagt: „Try it. Use the App.“ Und jetzt kommt‘s, was keiner je von mir erwartet hätte: Ich brauchte gerade einmal zwei Minuten, um eine App zu laden (sowas machen normalerweise meine Kinder für mich) mich im Visa Weaver Programm zu registrieren (sowas macht normalerweise mein Mann für mich) und per Kreditkarte zu bezahlen (das kann ich selbst). Ich platzte vor Stolz, als das „registered“ erschien.

Sie war unbeeindruckt und teilte mir mit, dass das nicht reichen würde, denn es dauere erfahrungsgemäß mehr als 10 Minuten, bis die Registrierung auch bestätigt sei. Erst das mitleidvolle Wesen neben ihr konnte sie dazu bewegen, meinen Pass noch einmal durch den Scanner zu ziehen. Und „Bling“ Accepted! Ich riss ihr den Pass aus der Hand und rannte zum Flugzeug. Letzt mögliche Minute. Ich fiel neben einem Kiwi-Riesen ins Polster. Die Russin hat es nicht geschafft.

Also, falls jemand von euch in der nächst Zeit nach Neuseeland möchte: Ihr müsst – auch als Europäer – ein Visum haben. Diese Regelung gilt seit 2019. Und im Prinzip ist sie einfach: App laden, registrieren, bezahlen. Nur: man muss es wissen!!!!!!!

Aber ihr wisst das jetzt ja.

2 Kommentare zu „Kia ora Aotearoa!“

  1. Liebe Doris,
    Einfach spitzenmäßig und grandios, wie du das mit dem Visum für NZ gelöst hast!
    Einfach die Nerven behalten und durch; große Klasse! Dir und Ella wünsche ich ganz viel Spaß zusammen, genießt die Zeit! Lieben Gruß, Elvira

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