Vulkan Baru

Der einzige Ort auf der Welt, an dem man zwei Ozeane gleichzeitig sehen kann!

Die Wanderung auf den Baru ist die Tour über die hier einfach jeder gesprochen hat. Entweder hat man sie schon gemacht oder man hat es noch fest vor. Naja, zumindest dachte ich das. Nach der Wanderung muss ich sagen, dass ich es stark bezweifle, dass wirklich so viele Leute diese Monster-Wanderung machen: 30 km und 1800 m Höhenunterschied!

Da man niemals alleine Wandern soll (wichtigste Schwarzwald-Weisheit, die ich je von meiner Mum gelernt habe) habe ich im Hostel den ersten Menschen aufgepickt, der zumindest halbwegs so aussah, als ob er die Wanderung auch wirklich durchziehen würde. Also liefen ich und der junge Amerikaner nachts um 1:00 los. Ziel war der Sonnenaufgang auf der Spitze des Vulkans. Auf den ersten hundert Metern erzählte er noch stolz, was für extreme Wanderungen er schon gemacht hatte. Und man so etwas ja auf gar keinen Fall nicht unterschätzen sollte. Ich dachte mir nur, ach passt schon. Ich bin schon auf genug Berge in Deutschland gescheucht worden, dann schaff ich auch einen Vulkan in Panama.

Bei Kilometer 2 (von 30 Kilometern insgesamt) klappte mir meine Wanderbegleitung fast zusammen. Ja das Fitnesslevel von einem Durchschnitts-Europäer ist einfach etwas anderes. Wahrscheinlich einfach dadurch, dass wir überall hin laufen und nie ein Taxi nehmen. Wir mussten also unsere erste größere Pause einlegen und meine Begleitung machte erst mal einen Powernap mitten auf dem Wanderweg. Danach ließ er sich aber davon überzeugen, weiter zu laufen. Naja ich ließ ihm einfach keine Wahl. Umdrehen war keine Option.

Die Wanderung war aber auch für mich echt nicht ohne. Es geht 15 Kilometer steil bergauf. Teilweise gibt es noch nicht einmal einen befestigten Weg.

Als wir dann etwa eine Stunde vor unserem Ziel die ersten Shuttles an uns vorbei fuhren, hatten wir ein echtes Motivationstief. Ja, es gibt einen Shuttelservice auf den Vulkan rauf! Für stolze 150 Doller. Wie unsportlich!!! Echt jetzt: Man muss sich so eine Aussicht schon verdienen! Also liefen wir weiter. Die ganze Zeit im Hinterkopf den Spruch von meinem Bruder, der letztes Jahr die Wanderung gemacht hat: „Der letzte Kilometer ist der schlimmste. Da geht es nur noch gerade hoch!“ Danke, Finn. Dass war sehr motivierend…

Der Shuttle für Faule!

Aber es hat sich gelohnt. Auf der Spitze sieht man den Pazifik und die Karibische Küste von Panama. Einmalig.

Und da trafen wir dann auch auf die Menschen, welche mit dem Schuttle hochgebracht worden waren. Total fasziniert fragte mich ein kleiner Junge ob es denn sehr anstrengend sei den ganzen Vulkan hoch zu laufen. Sein Vater grätschte sofort in das Gespräch ein und meinte: Es ist total dumm, zu Fuß hoch zu laufen. So kann man am Ende die Aussicht gar nicht genießen. Ich war perplex und konnte nichts dazu sagen. Und wahrscheinlich war das auch besser so. Der Junge wird auch ohne mich seinen Weg finden… Aber echt jetzt: Einen Berg selbst zu erklimmen um dann bei Sonnenaufgang die Aussicht zu genießen, das ist einfach was Unglaubliches! Das kann man so schnell mit nichts vergleichen!

Was verwunderlich ist, auf der Spitze hat man super Internet Empfang. Ich nutze die Gelegenheit, um ausführlich mit allen zu Hause zu Facetimen. So eine Aussicht will man ja wirklich mit allen teilen!

In Hamburg: Fast mit auf dem Vulkan dabei!

Was ich allerdings nicht bedacht habe: Es war eiskalt oben. Der Boden war gefroren. Und ich in kurzen Hosen! Na, zumindest hatte ich lange Socken an! Aber wir bekamen glatt von dem All inclusive Frühstück des Shuttle-Unternehmens einen gratis Kakao. Warm und heiß! Der leckerste Kakao ever.

Ja, mir kann man die gelaufenen Kilometer glatt ansehen

Der Weg runter war noch mal genau so kräftezehrend! Und wir mussten wieder eine kleine Schlafenpause einlegen.

Ein Gedanke zu „Vulkan Baru“

  1. Hallo liebe Ella, Respekt, Respekt, Respekt…. dass Du solch eine lange Tour mit einem Dir unbekannten Mitwanderer machst. Letztendlich habt ihr es geschafft und wurdet mit einem Wahnsinnsblick belohnt…. und natürlich einem heißen Kakao.
    Toll, was Du schon alles erlebt hat, ich freue mich immer wieder neue Nachrichten von Dir zu lesen. Weiterhin gute Reise, viele schöne Erlebnisse mit vielen netten Menschen.
    Sei ganz herzlich gegrüßt von Carmen

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