Nationalpark mit Wasserrutsche

Auf Puerto Rico gibt es einen riesigen Nationalpark. Den mussten wir natürlich auskundschaften. War jedoch einfacher gedacht, als getan. Als erstes buchten wir eine kleine Unterkunft direkt am Nationalpark. Sie war wirklich schön.
Was wir nicht bedacht hatten: Es ist sehr sehr amerikanisch hier, einfach alles! Auch die Angewohnheit alles mit dem Auto zu erledigen und wirklich niemals zu Fuß zu gehen. Am ersten Tag liefen wir noch einfach los. Zuerst mal in die Richtung des nächsten Supermarktes. Alle starrten uns komisch an. Sogar die Hunde bellten uns hinterher. Ja, Fußgänger sind hier etwas sehr Seltsames. So seltsam, dass ein Hund beschloss, uns merkwürdigen Wesen zu folgen. Also liefen wir zu Dritt weiter. Immer in Richtung Supermarkt, welcher dann leider nicht mehr existierte.
Eine Puerto-Ricanische Sensation: zu Fuß zum Supermarkt!










Wie auch in Amerika, geht man hier einfach nicht zu Fuß. Wir wurden sogar von einem Puerto Ricaner angesprochen, ob er uns denn zum nächsten Supermarkt fahren könne. Zum Glück, wie es sich dann herausstellte. Denn hier fuhr außer den privaten Autos nämlich gar nichts. Kein Taxi. Kein Uber. Und wir hatten noch nicht einmal mehr etwas zu trinken. Also blieb uns nichts anderes übrig, als zu trampen. Zum Glück war der freundliche Puertoricaner ein alter Mann (wir waren ihm körperlich eindeutig überlegen), der sich total freute, Gesellschaft zu haben. Er erzählte uns sein ganzes Leben und auf dem Rückweg zeigte er uns, wo alle seine Verwandten wohnen. Ich glaube, die Geschichte, die sich die Verwandten in den nächsten Jahre anhören müssen, wird sein, wie er zwei jungen Deutsche vor der völligen Erschöpfung durch zu Fuß gehen gerettet und zum Supermarkt gefahren hat.
Eine Zuhause auf Zeit
Unsere Unterkunft war zauberhaft. Ein kleines Häuschen mit Küche. Wir nutzten sie reichlich, machten super leckere Tacos und aßen köstliche Wassermelone und Ananas. Wir genossen die Zeit auf der Terrasse, umgeben von Geckos und Fröschen, die einen fortdauernden Wettbewerb im Lautquaken zu veranstalten schienen. Wer nicht groß ist, muss eben laut sein. So ist das.







Das Wandern durch den Regenwald funktioniert nur, wenn man eine Möglichkeit hat, zu den Punkten zu kommen, ab denen die Wanderungen anfangen. Wir hatten diese nicht. Also buchten wir eine Tour auf Airbnb.
Wie alles hier auf der Insel, begann die Tour eigentlich in San Juan. Fast alle Touristen bleiben die ganze Zeit in der Stadt und unternehmen dann Touren von dort aus. Viel zu wenig Abenteuer für uns! Und außerdem hätten wir so unser Häuschen am Regenwald verpasst. Also schrieben wir dem Tourguide, dass wir mit dem Taxi zum Sammelpunkt in den Nationalpark kommen. Nur leider, dieser Plan funktionierte nicht: Wir riefen 15 Taxen an. Der erste wollte uns abholen. Leider versuchten wir – ganz karibisch – den Preis zu verhandeln. Schlechte Idee. Er legte einfach auf. Alle anderen Taxen waren „busy“, nahmen uns nicht ernst, weil unser Spanisch eher rudimentär ist (das heißt, Isabels. Schulspanisch, immerhin. Meines existiert leider gar nicht) und legten während des Telefonates einfach auf. Oder sie sagten, dass sie gleich da seien und tauchten dann nicht auf. Also mussten wir es am nächsten Tag noch einmal probieren. Und da klappte es plötzlich…
Am Wander-Treffpunkt angekommen, fing es an wie aus Eimern zu schütten. Ein Mann bot uns an, dass wir uns unter seinem Vordach unterstellen können. Er wollte im nachhinein 2 Dollar dafür. Er kassierte auch bei jedem, der nebenan parkte, 5 Dollar und für das Runtergehen in den Nationalpark wollte er pro Person 1 Dollar. Obwohl es gar nicht sein Grundstück war. Alle Touristen bezahlten ganz brav. Außer uns. Wir weigerten uns! So macht man hier anscheinend Geschäfte, man versucht die Touristen einfach zu verarschen wo es geht. Nicht mit uns!

Megaspaß Wasserrutsche
Die natürlichen Wasserrutschen waren echt beeindruckend. Über Jahrhunderte spiegelglatt geschliffene Steine, über die man in einem Affenzahn ins Tal gleitet! Sieht heftig aus, macht aber einen Riesenspaß und ist auch nur halb so schmerzhaft, wie es aussieht. Und: Zum Eingewöhnen gibt es Anfängerrutschen.
Die ganze Tour war sehr amerikanisch. Der Guide machte die ganze Zeit schlechte Witze und es gab reichlich Schokoriegel für alle. Aber es hat sich gelohnt. Es ist einfach atemberaubend durch den Regenwald zu rutschen. Etwas skuril war, dass Leute sich in einen kleinen Teich setzten, der Guide sie mit Chips bewarf und Fische diese dann aufaßen. Hä..? Das muss ein amerikanischer Insider gewesen sein…




Und es gab noch eine für komplett Furchtlose. Ja, auch die sind wir gerutscht.
Nach dem Rutschen ging fuhren zu einer Art Rastplatz direkt am Strand, mit vielen kleinen Buden. Es gab jeden erdenklichen Fisch frittiert und Pizza. Als wir unser Bier dann auf Spanisch bestellten, waren die Amerikaner hinter uns total begeistert: “That is so Europe!“ Ihr sprecht Deutsch, Englisch und könnt auf Spanisch Bier bestellen! Okay, so riesig war die Leistung dann vielleicht nicht, aber alle Locals freuten sich immer sehr, wenn wir versuchten, auf Spanisch zu bestellen. Die Amerikaner probieren das anscheinend nie.




Aus el Yunque mussten wir schließlich auch wieder raustrampen. Es gab einfach keine andere Möglichkeit. Und wir hatten noch viel vor: Vor Puerto Rico liegen kleine pudersandige Inseln, die man auf gar keinen Fall verpassen darf. Also los…!







































































