Der einzige Ort auf der Welt, an dem man zwei Ozeane gleichzeitig sehen kann!
Die Wanderung auf den Baru ist die Tour über die hier einfach jeder gesprochen hat. Entweder hat man sie schon gemacht oder man hat es noch fest vor. Naja, zumindest dachte ich das. Nach der Wanderung muss ich sagen, dass ich es stark bezweifle, dass wirklich so viele Leute diese Monster-Wanderung machen: 30 km und 1800 m Höhenunterschied!
Da man niemals alleine Wandern soll (wichtigste Schwarzwald-Weisheit, die ich je von meiner Mum gelernt habe) habe ich im Hostel den ersten Menschen aufgepickt, der zumindest halbwegs so aussah, als ob er die Wanderung auch wirklich durchziehen würde. Also liefen ich und der junge Amerikaner nachts um 1:00 los. Ziel war der Sonnenaufgang auf der Spitze des Vulkans. Auf den ersten hundert Metern erzählte er noch stolz, was für extreme Wanderungen er schon gemacht hatte. Und man so etwas ja auf gar keinen Fall nicht unterschätzen sollte. Ich dachte mir nur, ach passt schon. Ich bin schon auf genug Berge in Deutschland gescheucht worden, dann schaff ich auch einen Vulkan in Panama.
Bei Kilometer 2 (von 30 Kilometern insgesamt) klappte mir meine Wanderbegleitung fast zusammen. Ja das Fitnesslevel von einem Durchschnitts-Europäer ist einfach etwas anderes. Wahrscheinlich einfach dadurch, dass wir überall hin laufen und nie ein Taxi nehmen. Wir mussten also unsere erste größere Pause einlegen und meine Begleitung machte erst mal einen Powernap mitten auf dem Wanderweg. Danach ließ er sich aber davon überzeugen, weiter zu laufen. Naja ich ließ ihm einfach keine Wahl. Umdrehen war keine Option.
Die Wanderung war aber auch für mich echt nicht ohne. Es geht 15 Kilometer steil bergauf. Teilweise gibt es noch nicht einmal einen befestigten Weg.
Als wir dann etwa eine Stunde vor unserem Ziel die ersten Shuttles an uns vorbei fuhren, hatten wir ein echtes Motivationstief. Ja, es gibt einen Shuttelservice auf den Vulkan rauf! Für stolze 150 Doller. Wie unsportlich!!! Echt jetzt: Man muss sich so eine Aussicht schon verdienen! Also liefen wir weiter. Die ganze Zeit im Hinterkopf den Spruch von meinem Bruder, der letztes Jahr die Wanderung gemacht hat: „Der letzte Kilometer ist der schlimmste. Da geht es nur noch gerade hoch!“ Danke, Finn. Dass war sehr motivierend…
Der Shuttle für Faule!
Aber es hat sich gelohnt. Auf der Spitze sieht man den Pazifik und die Karibische Küste von Panama. Einmalig.
Pazifik-KüsteKaribik-Küste, am Horizont sieht man Bocas del Torro
Und da trafen wir dann auch auf die Menschen, welche mit dem Schuttle hochgebracht worden waren. Total fasziniert fragte mich ein kleiner Junge ob es denn sehr anstrengend sei den ganzen Vulkan hoch zu laufen. Sein Vater grätschte sofort in das Gespräch ein und meinte: Es ist total dumm, zu Fuß hoch zu laufen. So kann man am Ende die Aussicht gar nicht genießen. Ich war perplex und konnte nichts dazu sagen. Und wahrscheinlich war das auch besser so. Der Junge wird auch ohne mich seinen Weg finden… Aber echt jetzt: Einen Berg selbst zu erklimmen um dann bei Sonnenaufgang die Aussicht zu genießen, das ist einfach was Unglaubliches! Das kann man so schnell mit nichts vergleichen!
Was verwunderlich ist, auf der Spitze hat man super Internet Empfang. Ich nutze die Gelegenheit, um ausführlich mit allen zu Hause zu Facetimen. So eine Aussicht will man ja wirklich mit allen teilen!
In Hamburg: Fast mit auf dem Vulkan dabei!
Was ich allerdings nicht bedacht habe: Es war eiskalt oben. Der Boden war gefroren. Und ich in kurzen Hosen! Na, zumindest hatte ich lange Socken an! Aber wir bekamen glatt von dem All inclusive Frühstück des Shuttle-Unternehmens einen gratis Kakao. Warm und heiß! Der leckerste Kakao ever.
Ja, mir kann man die gelaufenen Kilometer glatt ansehen
Der Weg runter war noch mal genau so kräftezehrend! Und wir mussten wieder eine kleine Schlafenpause einlegen.
Bocas del Toro ist DAS Traumziel für Backpacker in Panama. Und obwohl ich mit meinem Hybrid-Rucksack (man kann ihn auch rollen) nur ein halber Backpacker bin, habe ich mich direkt nach Panama City dorthin aufgemacht. Zum Glück! Es sind einfach wunder, wunderschöne Inseln. Aber von Anfang an: Bocas del Toro ist eine Inselgruppe ganz im Norden von Panama. Dort, wo Costa Rica schon in Sichtweite ist. Und einfach ein magischer Ort. Mir hat es so gut gefallen, dass ich glatt zwei Wochen geblieben bin.
Das Hauptverkehrsmittel hier ist das Boot! Überall werden einem Wassertaxen und Tagestouren mit dem Boot angeboten.
Man merkt sofort, dass die Zeit hier anders läuft. Alles ist entspannt. Und ich musste wieder einmal an den kubanischen Spruch denken: “Zeit ist ein dehnbarer Begriff.“ Typisch Inselleben, halt.
Und es gab unglaubliche Strände! Die schönsten, die ich jemals gesehen habe!
Wie im Traum!
Der red frog beach. Unter Backpackern ist er eine Legende!
Natürlich habe ich auch einen der legendäre Schnorchel Ausflüge gemacht. Beeindruckend. Erst sahen wir Delphine. Dann wurden wir auf einer einsamen Insel, die man in 40 Minuten einmal umrunden konnte, zum Entspannen abgesetzt. Danach sahen wir wunderschöne Korallen beim Schnorcheln.
Und natürlich war ich auf Biomizellen-Tour. Biomizellen sind Migroorgaismen, die anfangen zu leuchten, wenn man sie berührt. Das ist krass und war auch wirklich magisch. Wir sind Nachts mit einem Boot in die Mangroven-Wälder gefahren. Plötzlich fing um uns herum an, zu leuchten. Natürlich bin ich sofort ins Wasser gesprungen. Es ist wie in einem Traum. Alles um mich herum begann zu leuchten! Wie bei Avatar. Nur cooler und in echt. Sie hatten alle Mühe, mich wieder ins Boot zu bekommen. Am liebsten wäre ich die ganze Nacht dort durch die Gegend geschwommen. Vor lauter Faszination hab ich glatt vergessen, Fotos zu machen. Naja, aber vergessen werd ich es auf jeden Fall nie!
Der Versuch eines FotosAbenteuerliches Essen gab es auch: Das ist ein Butterfly Flouwer tea. Er ändert seine Farbe je nach pH-Wert
Auf Bocas del Toro habe ich meine neue große Leidenschaft entdeckt: das Tauchen! Ich war so fasziniert, dass ich direkt einen Tauchschein gemacht habe. Es ist einfach irre. Es gibt keine friedlichere Art, in eine andere Welt einzutauchen, als beim Tauchen. Ich hab so unfassbar viele bunte Fische gesehen. Und Korallenriffe so bunt, dass sie unrealistisch aussahen. Ich dachte niemals, dass die Unterwasserwelt wirklich so schrill, vielfältig und faszinierend ist. Also falls ihr mich sucht: Ich bin wahrscheinlich gerade unter Wasser!
Zum Schluss noch ein bisschen Realität: Das war meine Unterkunft. 8-Bett-Zimmer im Hostel. Bocas del Toro ist ein typischer Hostel-Ort. Das heißt, möglichst viele Leute in einem möglichst günstig gebauten Zimmer.
Die Steckdose ist nachts noch ganz von der Wand gefallen…
Einfach ein Muss, wenn man in Panama ist. Was einem sofort auffällt, ist, wie wunderschön die Altstadt renoviert ist. Und die Sicht über den Hochhausteil der Stadt ist natürlich auch atemberaubend. Auf jeden Fall ist Panama City eine ganz andere Welt, verglichen zu dem, was ich in den letzten Wochen gesehen habe. Was noch in der Stadt auffällt, ist, dass super viele Europäer hier leben. Die Bars sind abends voll mit Expats und Backpackern. Es ist natürlich auch ein traumhafter Wohnort. Es ist das ganze Jahr warm und als Expat muss man keine Einkommenssteuer bezahlen. Das ist natürlich sehr verlockend.
Ich erkundete also erst einmal die Altstadt und machte unendlich viel Fotos von schönen Häusern und von tollen Grafitis.
Da alles auch sehr streng Katholisch hier ist, gab es Abends einen Umzug um den toten Christus zu betrauern. Sah schon ganz schön gruselig aus.
Es gibt auch echt super leckeres Essen in Panama City. Überall vegane oder vegetarische Alternativen. Ich hab mich dann erst einmal quer durch die Stadt geschlemmt.
Da ich so viele unglaubliche Tiere sehe dachte ich ich widme ihnen eine ganzen Beitrag mit ein paar Fun Facts
Der Mantelbrüllaffe
Wir haben sie einfach am Straßenrand entdeckt, als wir mit dem Fahrrad die Insel erkundet haben. Zuerst sahen wir nur einen, aber als wir genauer hinsahen, war der ganze Baum voll. Sie starrten uns an und beobachteten jeden Schritt. Insgesamt fanden sie uns wohl eher merkwürdig als störend.
Das Faultier
Ja sie machen ihrem Namen alle Ehre. Ich weiß auch nicht, wie wir das Faultier entdeckt haben. Es bewegte in der ganzen Zeit, in der wir es bestaunten, lediglich ein bisschen seinen Kopf. Das wars. Es sah fast schon aus, als hätte jemand einen alten Stofffetzen in den Baum gehängt. Wie haben diese Tiere es bloß geschafft haben, in dem Tempo zu überleben!?!
Ja, der Fellkneul ist ein Faultier
Die tropische Riesenameise
Das sind mit Abstand die fleißigsten Tiere, die wir gesehen haben und so ziemlich das Gegenteil von einem Faultier. Sie tragen unentwegt Blätter in ihren Bau. Aber ja, ihr Gift ist wirklich sehr schmerzhaft. Es empfiehlt sich nicht, barfuß auf eine Ameisenstraße zu treten. Aber der Schmerz vergeht zumindest ziemlich schnell wieder. Ich spreche da aus Erfahrung…
ja, man sieht nur die Blätter die sie umhertragen.
Der echte Pfleilgiftfrosch
Er wird auch Erdbeerfrosch genannt. Das macht ihn zumindest ein bisschen weniger angsteinflößend. Doch sie sollen wirklich so giftig sein, wie ihr Ruf. Und irgendwie gehört es ja auch zur Karibik dazu, einen Pfeilgiftfrosch gesehen zu haben. Und sie sind echt hübsch!
Schwarzer Seeigel
Ich hatte noch nie davor einen Seeigel auf der Hand. Ich hätte niemals erwartet, dass die sich wirklich so schnell bewegen. Vor allem ein einmaliges Gefühl, wenn so einpickliges Wesen über seine Hand läuft. Beim Tauchen hab ich einen schwarzen Seeigel gesehen, der so groß war wie ein Fußball. Irre.
Delfin
Um das Klischee des Paradieses zu erfüllen, gab es hier natürlich auch reichlich Delfine. Allerdings wurde einem davon abgeraten, mit denen zu schwimmen, da Delfine – man denket es nicht – ziemlich aggressiv werden können.
Blauer Pfau
Eigentlich ist es hier ja nicht ihr natürlicher Lebensraum. Warscheinlich war es ein ausgebüchstes Haustier. Aber auf jeden Fall war es beeindruckend, so einem großen Vogel einfach auf der Straße zu begegnen. Und ja, er wusste, wie schön er ist. Er hat geduldig für alle posiert, die Fotos von ihm machen wollten.
Gewöhnliches Chameleon
Also zuerst muss ich mal sagen, der Name passt ja gar nicht. Ein Chamäleon ist doch nie gewöhnlich! Aber es ist auch wieder ein Tier, welches hier nicht natürlich vorkommt. Es muss sich also auch bei dem Chamäleon um ein flüchtiges Haustier handeln. Trotzdem beeindruckend. Und ja, es ist sehr kompliziert, ein Foto von einem Tier zu machen, welches dafür bekannt ist, wie gut es sich tarnen kann. Hier das Suchbild:
Und natürlich hab ich noch viele wunderschöne andere Tiere beim Tauchen gesehen (auch einen Frogfisch, mein neues absolutes Lieblingstier). Ich brauche dringend eine Unterwasser-Kamera, dann werden ganz viele Fisch-Fotos folgen. 🙂
Blick auf die Bucht von St. Thomas von meinem Balkon aus 🙂
Schon der Check in für den Flug auf die amerikanischen Jungferninseln war besonders. Ich musste angeben, wie viel ich wiege! Alles (inklusive Handgepäck) wurde genauestens ausgewogen. Die Mitarbeiterin meinte, dass es eine kleine Maschine sei und sie diese ausbalancieren müssten. Okay, ich bin in Neuseeland auch schon mit kleinen Flugzeugen geflogen und dachte mir erst einmal nichts weiter. Am Gate hab ich mich dann doch gewundert, warum nur so wenig Menschen dort waren. Als der Flug dann aufgerufen wurde, stand ich auf, eine Familie und noch ein anderer Fluggast. Das wars. Ich dachte nur: Ohh, warum will denn keiner nach ST. Thomas? Aber als ich dann das Flugzeug sah, wurde mir klar, dass auch nicht mehr Leute mitkonnten. Es war das kleinste Verkehrs-Flugzeug, das ich je gesehen habe: 8 Sitzplätze inklusive Pilot. Der Pilot nahm unser Handgepäck entgegen und verstaute alles in der Schnauze des Flugzeugs. Ich durfte auf dem Co-Piloten Sitzt sitzen. Das war allerdings ziemlich cool! Wir flogen erst einmal an der Küste von Puerto Rico entlang, dann an Culebra vorbei und noch ein bisschen über den Ozean und dann waren wir auch schon da. Der Flug ging ganze 19 Minuten. Er war aber sehr beeindruckend. Dadurch, dass das Flugzeug so klein war, mussten wir nicht so weit oben fliegen. Die Sicht war einfach krass. Man konnte aus dem Flugzeug bis auf die Korallenriffe sehen. So klar war das Wasser. Leider musste man sein Handy während des Fluges ausstellen, aber das war eine Sicht, die ich nie wieder vergessen werde! Der Pilot meinte nach dem Flug zu mir: „Das war dein erster Flug in so einem kleinen Flugzeug? Man hat deine Begeisterung im Gesicht gesehen!“ Er hatte recht: Ich war echt beeindruckt!
8 Plätze inklusive Pilot
Die Sicht auf die Bucht von St. Thomas ist super schön. Vor allem von dem Balkon von meiner Unterkunft aus.
Aber es ist auch mit Abstand der teuerste Ort an dem ich jemals war!
Und es wundert mich immer wieder, dass jede Insel der Karibik völlig anders ist. Hier sehen sich die Einheimischen als Amerikaner. Aber es funktionieren keine amerikanische Sim-Karten. Es gibt Linksverkehr. Alle sprechen Englisch. Die meisten Menschen sind Touristen gegenüber sehr unhöflich und es wird sich überall gegrüßt.
Von St. Thomas aus kann man mit der Fähre nach Water Islands fahren. Eine kleine, vorgelagerte Insel. Das hab ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Angekommen auf der Insel, gab es ein gratis Schuttel zum Strand. Ich hatte Lust auf eine Wanderung. Ich laufe. Naja Wanderung kann man es nicht nennen. Man läuft 8 Minuten. Aber trotzdem fahren alle Amerikaner mit einem Golfcar. Und: Der Strand war wieder mal ein Traum!
Auch hier gibt es überall HühnerPost-Office
Und ich habe mir natürlich noch die Altstadt angeschaut. Und ja, sie sieht aus, als hätte man Fotos in Südeuropa gemacht.
Fischverkauf am Straßenrand
Tipp: Mit der Gondel zum Aussichtspunkt hochfahren, um die wunderschöne Bucht auch von der anderen Seite bewundern zu können.
Die Schattenseite: Weil die Insel so unfassbar teuer ist, musste ich im günstigsten Airbnb der ganzen Insel schlafen. Nachts klaute eine Ratte Kekse aus meiner Tasche und knabberte dabei meine Lieblingsschuhe gleich mit an. Aber weil ich noch keinen Ersatz gefunden habe, trage ich sie noch immer. Ja, man härtet irgendwie beim Reisen ganz schön ab.
Virgin Islands waren so nicht geplant. Aber ich dachte, wenn ich schon fast da bin, muss ich doch mal vorbeischauen. Also buchte ich ein Flugticket nach St. Thomas.
Ja, eigentlich braucht man ein Auto, um durch Puerto Rico zu reisen. Also mieteten wir uns einen Van für den Rest unseres Puerto Rico-Rundtrips.
Van hört sich ziemlich luxuriös an. Was wir gemietet hatten, aber war ein selbst ausgebautes altes Auto. Die Türen konnte man nur nach dem Zufallsprinzip verschließen und beim Regen wurden wir auch im Auto nass. Aber es hatte auch Vorteile: Man konnte nicht mehr viel kaputt machen. Also fuhren wir los. Das erste Mal mit einem Auto auf den Straßen von Puerto Rico. Doch das war einfacher als gedacht. Alle fahren sehr langsam und lassen riesige Abstände. Und es gibt nur 3 Verkehrszeichen: Stopp-Schild, Vorfahrt und „Achtung scharfe Kurven“. Ja es gibt kein Vorfahrsstraßenschild! Das hat mich total verwirrt. Man muss einfach hoffen, dass der andere ein Schild stehen hat und dann fährt man. Auch die Ampelschaltungen sind idiotensicher.
So fuhren wir dann an den ersten wunderschönen Strand um zu essen und auch gleich zu übernachten. Am nächsten Morgen wachten wir auf und überall um uns herum Surfer, die aufs Meer blickten und über Wellen debattierten. Eine komplett andere Welt.
Blick aus dem Schlafzimmer
In Isabela fanden wir dann diesen Strand, der so schön war, dass wir gleich die nächsten beiden Nächte hier blieben. Es war magisch!
Strand
Van
Sonnenuntergang
Filmkulisse
Echt hohe Wellen
Cocktails in der Hängematte
Diese Tierchen waren mir zugegebenermaßen nicht ganz geheuer.
Stadtrundgänge
Höhlentrips
Und: Wir waren morgens die ersten am Strand und die ersten im Wasser!
In der letzten Nacht fuhr die Polizei die ganze Zeit mit Blaulicht bei uns vorbei. Plötzlich (um 2.30) stieg ein Polizist aus und klopfte an unseren Van. Er nuschelte etwas undeutlich auf Spanisch. Ich sagte, dass ich kein Spanisch spreche. Er drehte daraufhin um und fuhr weg. Keine Ahnung, was er von uns wollte. Es war hoffentlich nichts Wichtiges!
Und weil es so schön war, gibt es noch mal ein Video:
Der weg nach Ponce war mal wieder ein echtes Abenteuer. Zuerst nahmen wir die Fähre von Vieques zurück auf die Hauptinsel. Soweit so gut. Kurz danach begann das Chaos. Wir bekamen mal wieder kein UBER und auch kein Taxi wollte uns mitnehmen. Oder nur zu echt unrealistischen Preisen. Ein Taxi wollte mindestens 300 Dollar!!! Uber wäre 80 Dollar gewesen. Wir fragten uns weiter durch und stellten uns sogar mit einem Schild an den Straßenrand. Aber Puerto Rico ist nicht die Dominikanische Republik und es brachte nichts.
Und da standen wir…
Alle fragten uns, was wir denn dort in Ponce denn wollten, es wäre ja eine so hässliche Ecke der Insel. Also das stimmt auf kein Fall! Kurz bevor wir Wurzeln schlugen, bot uns ein Mitarbeiter von der Fährestation an, uns zu fahren, weil wir ihm so leid taten. Er müsste eh in die Richtung. Als wir bei ihm eingestiegen sind, wollte er plötzlich 150 Doller und er wurde merkwürdig. Wir bekamen beide ein komisches Bauchgefühl und bestanden darauf, dass er uns bei dem nächstem Supermarkt absetzt. Da standen wir nun. Zwei Mädchen, zwei große Rucksäcke und ein Schild, dass wir nach Ponce wollen. Irgendwann sprach uns eine puertoricanische Mutter an. Ob wir den schon eine Möglichkeit gefunden hätten nach Ponce zu kommen und was sonst unser Plan B ist. Plan B hatten wir nicht. Eine Mitfahrgelegenheit auch nicht. Sie nahm uns also an die Hand und fing an sich durchzufragen und telefonierte alle Leute, die sie kannte ab. Irgendwann sprach uns dann noch eine andere Mutter an, die gerade mit ihrer Tochter einkaufen wollte. Sie versuchten uns auch eine Mitfahrmöglichkeit zu organisieren. Als auch das nichts wurde, meinten sie einfach: Steigt ein, wir machen jetzt einen Roadtrip! Und sie fuhren uns echt fast drei Stunden durchs Land. Sie zeigten uns alles Mögliche am Wegesrand und erzählen uns viel über das Leben auf Puerto Rico. Die Fahrt war echt beeindruckend. Wir starteten im grünen Ceiba, fuhren an einem großen Wasserfall vorbei. Dann wurden die Berge kleiner. Wir sahen viele Baumschulen. Und fuhren doch ein Wüste.
Mir wurde auch das erste mal bewusst, welche extremen Auswirkungen der Hurricane vor ein paar Jahren hier hatte. Alle in ihrem Dorf hatten 6 Wochen lang kein Strom und kein Wasser. Verrückt. Und sie leben echt nicht in einem armen Teil von Puerto Rico, eher im Gegenteil. Der Roadtrip war grandios: Die beiden freuten sich richtig, uns ihr Land zu zeigen. Und wir freuten uns über diese nette und wirklich hilfreiche Bekanntschaft. Als der Vater anrief, meinte sie nur, dass sie nicht erzählen kann, dass sie uns nach Ponce fährt, weil sie sonst alle für verrückt halten. Es war einfach eine lustige Fahrt. Sie bestanden auch darauf, dass wir noch nicht mal die Kosten für den Sprit übernehmen. Die Mutter sagte nur, dass sie hofft, dass wenn ihre Tochter herumreist, Leute auch so auf ihre Tochter aufpassen und dass es in ihren Augen selbstverständlich ist, dass man sowas tut. So selbstverständlich ist das nicht! Aber für uns ein wundervoller Zufall. Zum Glück gaben sie uns noch ihre Adresse und wir werden auf jeden Fall ein Paket aus Hamburg schicken. Und wer weiß, vielleicht kommt die Tochter ja eines Tages in den kalten Norden…
Danke ihr Lieben, für die tolle Fahrt!
Ponce stellte sich als ein wirklich schönes kleines Städtchen heraus. Alles war total schön renoviert, da erst vor ein paar Jahren der Teil der Insel von einem schweren Erdbeben betroffen war und danach alles wieder aufgebaut wurde. Zusätzlich gab esabends vor der alten Feuerwehrwache, das Wahrzeichen von Ponce, ein Konzert.
Und alle haben getanzt, so wie es sich für die Karibik gehört!Gefüllte Kartoffelnvegetarische Quesedias
Mexikanisch-kreolische Küche
Strandfunde
Sonnencreme auf der Kameralinse ist ein echtes Urlaubs-ProblemLos-Verkäufer auf der Straße
Rollerfahrten, Mangrovenwälder und fantastische Sonnenuntergänge
Vieques ist eine der kleineren Inseln von Puerto Rico. Dadurch, dass es auf der Insel kein Krankenhaus gibt, war und ist die Angst vor Corona viel größer. So wurde die Insel erst vor ein paar Wochen überhaupt für Touristen geöffnet.
Man erreicht sie nur mit der Fähre oder mit dem Flugzeug. Natürlich nahmen wir die Fähre. Aber auch das war mal wieder ein Abenteuer: Online kann man nur 20 % der Karten kaufen. Und die waren natürlich schon längst weg, als wir uns mit der Planung unseres Trips beschäftigten. Also fuhren wir zur Fährstation. Online stand, dass noch 30 Karten zur Verfügung stünden. Naja, Angaben sind hier online immer eher geraten. Es waren natürlich keine mehr da. Uns wurde gesagt, dass wir jetzt 8 Stunden auf die nächste Fähre warten sollten. Doch wie durch ein Wunder sind dann eine Stunde später doch noch zwei Karten für die nächste Fähre frei geworden. Es scheint doch alles sehr willkürlich hier. Ob man Tickets bekommt oder nicht, ist vermutlich abhängig von der Laune der Mitarbeiter am Schalter. Und abhängig davon, wie sehr man den Mitarbeitern Leid tut. Und da haben wir zwei junge Mädchen mit sehr großen Rucksäcken natürlich einen ordentlichen Vorteil 🙂
Und da hatten wir es doch noch auf die Fähre geschafft. Irgendwie funktioniert dann doch noch alles.
Und es hat sich gelohnt! Vieques war unglaublich schön. Einfach so, wie man sich in einem Traum die Karibik vorstellt. Wir sprangen erst mal ins Wasser und genossen unseren ersten wunderschönen Sonnenuntergang.
Das Wasser hat Badewannen-Temperatur
Besonders bekannt ist der Black Sand Beach. Also nichts wie hin: „20 Minuten laufen“, wurde gesagt. Naja die Strecke ist wahrscheinlich noch nie jemand vor uns zu Fuß gelaufen. Wir liefen mindestens eine Stunde. Aber was tut man nicht alles für einen tollen Strand. Allerdings so wirklich umgehauen hat der Strand uns nicht. Er erinnerte eher an die Teile des Elbstrandes, an denen häufig Grillkohle ´vergessen´ wird. Bloß mit mehr Palmen.
Und was einem hier auch sofort auffällt: Es gibt hier nicht nur Hunde, Katzen und Hühner sondern auch streunende Pferde! Total ulkig! Uns hat später ein Einheimischer erzählt, dass die Pferde hier früher ständig ausgebüchst sind. Irgendwann hat man beschlossen, sie nicht mehr die ganze Zeit einzusperren. Und man muss ja auch bedenken, dass die Insel klein ist und man sein Pferd dadurch auf jeden Fall wieder findet. Heutzutage, sammelt man, wenn man ein Pferd braucht, eines auf der Straße ein. Es dürfen allerdings nur männliche Pferde eingesammelt werden, da Fohlen zu sehr an ihren Müttern hängen. Und die Pferde müssen nach spätestens vier Tagen wieder in die Freiheit entlassen werden. Denn zu viel arbeiten sollen sie nicht. Was ein cooles Konzept! Vor allem beeindruckt, dass es wirklich so funktioniert! Hier ist es also völlig normal, dass plötzlich ein Pferd am Strand neben einem steht, oder eins im Restaurant vorbeischaut.
Pferde auf dem Weg zum StrandHühner in der Küche vom HostelPferd, das auf den Bus wartetPferd kümmert sich um den Rasen der Verkehrsinsel
Die halbe Insel besteht aus einem Nationalpark. Und den schauten wir uns direkt am nächsten Tag an. Wir buchten eine Kanu-Tour. Wir hatten Glück, denn wir waren die einzigen. Unser Guide, war ein riesiger Fan des Nationalparks. Er stammte von der Hauptinsel, hatte sich aber nach einem Urlaub auf Vieques dazu entscheiden, dort zu blieben. Wir setzten uns in durchsichtige Kanus und paddelten los. Mitten durch die Mangrovenwälder.
Highlight: paddeln durch Mangrovenwälder
Bei größeren Hurricanes wird es den Menschen gestattet, ihre Boote in diese Wälder zu bringen, um diese zu schützen. Leider behaupten viele, dass die Boote zerstört wurden und kassieren die Versicherungsgelder. Daher stehen überall im Naturschutzgebiet alte, verlassene Boote rum. Unser Guide erzählte uns, dass sie diese Boote nehmen, Löcher in den Boden bohren und sie dann vor der Küste versenken, um neue Riffe zu erschaffen. Wir paddelten zu einem wunderschönen Strand, welchen man nur mit einem Kanu erreichen kann. Es war einfach atemberaubend! So schön, dass ich glatt vergaß Fotos, zu machen. Wir schwammen ewig in dem Badewannenwasser und am liebsten wäre ich nie wieder weiter gefahren!
Die ´Steine´ sind abgestorbene KorallenUnsere Schätze vom Strand
Wunderwerk Mangroven
Mangrovenbäume saugen Salzwasser auf, filtern dieses und stecken das ganze Salz in einzelne ausgewählte Blätter. Sind diese dann zu schwer, fallen sie einfach ab. Wie schlau von dem Baum! Zusätzlich geben die Bäume super viele Mineralien in das Wasser ab. So viele, dass das Wasser trüb ist. Ihr Wurzelwerk bietet einen wichtigen Schutz für junge Fische, so dass sie dort im nährstoffreichen Wasser in Sicherheit groß werden können.
Zum Abschluss unserer Tour pflanzten wir noch unseren eigenen Mangrovenbaum. Dies macht unser Guide mit allen Touristen, mit denen er in die Mangroven fährt. So versucht er, die vom Hurricane zerstörten Teile des Nationalparks wieder aufzubauen. Er zeigte uns auch verschiedene alte Mangrovenbäume.
Alles beginnt mit einem Ast von einem anderen MangrovenbaumDieser wird dann in den Sand gebudelt (das sind die von uns geplanzten Bäume)So sieht er dann nach 2 Monaten ausNach 4 MonatenNach 2 JahrenNach 5 JahrenAusgewachsene MangrovenbaumUnd irgendwann werden sie dann von einem Hurricane zerstört. Ein toter Mangrovenbaum
Der Lebenszirkel eines Mangrovenbaums
Biker-Trip
Um die Insel richtig zu erkunden, mieteten wir uns einen Roller. Das war zumindest das, was wir dachten. Wir schauten uns also ein YouTube Video an, wie man einen Roller so fährt, denn keiner von uns hat je auf einem motorisierten Zweirad gesessen. So schwer schien das nicht und wir gingen selbstbewusst zu dem Rollerverleih hin, wedelten mit unserem deutschen Führerschein und behaupteten, dass wir ganz viele Rollererfahrung hätten. Isabel durfte nicht fahren, da man mindestens 21 Jahre als sein muss. Als der Verleiher dann mit einem Motorrad (mit bis zu 120kmh) um die Ecke kam, sagten wir ihr einfach nicht, dass wir sowas mit unserem Führerschein nicht fahren dürfen.
Es fühlte sich deutlich schneller an!!Jap, wir haben es überlebt!
Ich rollte unauffällig das Motorrad hinter den Anhänger, so dass die Mitarbeiter meine Fahrversuche nicht sahen, setzte mich darauf, erinnerte mich daran, wie sie es im YouTube Video gemacht haben, und fuhr los. Zu meiner großen Überraschung funktionierte es. Eigentlich war es viel viel einfacher, als ich es mir vorgestellt habe. Und man muss dazu auch sagen, dass es auf der ganzen Insel nur eine Handvoll Ampeln gibt, eine Höchstgeschwindigkeit von 30 mph gilt und die meisten Leute mit Golf-Cars durch die Gegend zockeln. Man muss halt nur aufpassen, dass man kein Pferd umfährt oder einem ein Huhn in den Weg fliegt. Obwohl gerade dieses sich das ein oder andere Mal als ziemlich trickreich herausstellte und mit einigen Vollbremsungen verbunden war. Wir fuhren also den ganzen Tag kreuz und quer durch die Insel. Wir waren noch mal im Nationalpark, fuhren zum Leuchtturm und sahen das Schloss von Viques.
Da halten sich nicht viele dranEs ist einfach unbeschreiblich schön
Zum Dessert empfehle ich Cocosnuss-Flan. Eine typische Nachspeise. Auch super lecker. Der Koch gab uns das Rezept, nachdem wir ihm eine Tripadviser Bewertung dagelassen haben. Allerdings haben wir versprochen, das Rezept nicht zu veröffentlichen. Aber wir werden sicher ab und zu unsere Familie damit beglücken. Es war einfach super Lecker! https://www.tripadvisor.com/Restaurant_Review-g147326-d1135226-Reviews-Bananas-Isla_de_Vieques_Puerto_Rico.html
Coconut-Flan: ähnlich wie Crème brulée nur fruchtig nach Kokosnuss.
Und dann das mexikanische Essen!
Tacos vom Straßenstand
Und die Pommes aus Kochbanane. Dazu einen Dipp aus Mayo, Tomaten und Essig. Lecker!
Hier das andere Nationalgericht: Reis mit Bohnen und Salat mit Fisch:
Und dann mussten wir auch (leider) schon wieder weiter.
Und weil alles so schön war, habe glatt noch ein kleines Video zusammen geschnitten habe.