Rugby

DAS ist der eigentliche Grund, warum ich wieder in Neuseeland bin. Eigentlich ist ja Papas Freund Mike an meiner Neuseeland-Affinität schuld. Er hat 2011, als gerade die Rugby Weltmeisterschaft in Neuseeland war, meinem Bruder einen Rugby Ball von den All Blacks mitgebracht. Und hat nicht damit gerechnet, dass mich der Sport so begeistern wird, dass ich direkt anfange, Rugby zu spielen. Also auf jeden Fall: vielen Dank Mike! Rugby ist echt toll! Ohne dich wäre ich wahrscheinlich niemals über meine absoluten Lieblingssport gestolpert.

Natürlich habe ich es mir auch diesmal nicht nehmen lassen, hier auch wieder Rugby zu spielen. Und ich musste zu meiner Verwunderung feststellen, dass wir in Deutschland – bei den Hobby-Damen – mindestens auf dem gleichen Niveau spielen.

Ich durfte sogar ein Spiel mitspielen. Beim besten Rugby-Wetter (Schlamm, dann ist der Boden abgefedert), ging es nach Geraldine. Einfach fantastisch. Und ich muss sagen: Mannschaftssport ist einfach perfekt, wenn man neu in einer fremden Stadt ist. Plötzlich stand ich mit Neuseeländern auf dem Rugbyfeld und hab mich gar nicht mehr so fremd gefühlt.

Pauschalreisen und Cluburlaub

Booking.com ist schuld. Die Fotos vom Le Meridien auf Iles des Pins waren so verlockend, dass wir schon von Hamburg aus hier gebucht haben. Das Paradies im Paradies sozusagen. Wohl wissend, dass wir uns eigentlich weder für Pauschalreisen noch für Cluburlaub eignen. Zu neugierig sind wir jedes Mal auf das Land und die Menschen, die darin leben. Aber jetzt wollten wir es probieren. Zumal es auf Iles des Pins nur zwei Möglichkeiten gibt: das eine oder das andere Hotel. Das eine war Le Meridien. Hier war der Strand noch ein bisschen schöner. Also haben wir das genommen.

Fantastisch: der Blick aufs Wasser und die Araukarien. Hier ist jetzt Ebbe und da hinten, wo der türkise Streifen ist, fangen die Korallen an…

Iles des Pins ist klein. Es wohnen nur etwa 3.000 Menschen hier. Hauptsächlich Kanaken. So nennen sich die Ureinwohner Neukaledoniens tatsächlich. Kanake bedeutet übersetzt einfach „Mensch“. Und nur im Deutschen hat das Wort eine negative Bedeutung.

Erster Schock: das Zimmer. Sehr schön groß, tolles Bad, alles prima. Aber schräg hinter der Küche. Luftlinie zum Auslass der Dunstabzugshaube 50m. Ungebremster Sound. Und das mir! Wenn es etwas gibt, das ich nicht ertragen kann, dann ist es Motorenlärm. Ich zur Rezeption „Ein ruhigeres Zimmer. Kostet 5.000 Neukaledonische Franc extra. In etwa 50 €. „Auf keinen Fall.“ Jetzt gings mir ums Prinzip. Das Zimmer war so laut, dass man kein Fenster öffnen kann. Mitten auf einer Insel, auf der am Tag zwei Flugzeuge landen und es vielleicht 30 Autos gibt und die einzige Einnahmequelle besagte zwei Hotels zu sein scheinen. Das kann doch nicht wahr sein! Nach einigem Hin und Her schließlich ein anderes Zimmer am Ende des Gebäudes. Immerhin das Spa zwischen der Küche und uns. Puh! Gerade nochmal gut gegangen.

Auch im Hotel: wunderschöner, tropischer Garten mit bunten Papageien und Schmetterlingen.

Zweiter Schock: Wie kommen wir hier weg? Von Deutschland aus habe ich gedacht, dass wir hier fünf Tage lang am Strand liegen werden und einmal das machen, was wir sonst nie tun, nämlich nichts. Weit gefehlt! Schon am ersten Nachmittag plagte uns die Neugier: Was essen die Leute hier? Wie sieht ein Supermarkt aus? Wie wohnen die Menschen? Gibt es einen Hafen? Wird gefischt? Und dann die Erkenntnis: Von hier kommen wir praktisch nirgendwo hin, kein Restaurant, kein Supermarkt ist erreichbar, nicht einmal eine Strandbar. Das Hotel liegt – zugegebenermaßen traumhaft – auf einer kleinen Insel, weitab vom bewohnten Teil von Iles des Pins. Gar kein gutes Gefühl: Hier sind wir praktisch eingesperrt.

Dritter Schock: Die Küche. Der Dunstabzugshaube nach wird gekocht und gebrutzelt, was das Zeug hält. Der Speisekarte nach gibt es – Lunch und Dinner identisch – zwei gute handvoll Gerichte, dazu eine Snackkarte, die den kleinen Gerichten der Lunch- und Dinner-Karte entsprechen. Außer Pommes nichts Vegetarisches. Und astronomisch teuer. Aber uns bleibt nichts anderes übrig. Vegetarisch gibt es dann doch noch einen Burger und das Club Sandwich, bei dem man halt den Schinken weglässt. Cesar Salad ist mit reichlich einfacher Mayonnaise. Dafür wurde auf das Rösten der Brotwürfel verzichtet. „Schad oms Material“ würde der Schwabe sagen…

Auch im Hotel: Frühstück mit Meerblick

Das Frühstücksbuffet ist, das muss ich fairer Weise sagen, wirklich ganz o.k. Also verlegen wir unsere Hauptmahlzeit auf den Morgen. Soll ja sowieso ganz gesund sein…

Nach Iles des Pins haben wir noch vier Tage in Nouema, der Hauptstadt Neukaledoniens. Und weil die Fotos auf Booking.com so unwiderstehlich waren, hatten wir überlegt, ob wir uns dort, jetzt, wo wir schon mal hier sind, das Hilton Double Tree gönnen. Man wird mit dem Boot aus Nouema abgeholt und auf einer paradiesisch schönen Halbinsel in dieses wundervolle Hotel gebracht…

Gestern haben wir ein einfaches Airbnb im ersten Stock eines Einfamilienhauses mitten in Nouema gebucht 🙂 Fünf Minuten zu Fuß zum Strand. Vorbei an Strandbars, Restaurants und Cafés und mitten im echten Leben!

Wir freuen uns riesig darauf :)!

Neukaledonien: Iles des Pins

Mittlerweile sind wir nach 2 Stunden Flug in Nouema, Neukaledonien und am nächsten Morgen noch einmal 25 Min. durch die Luft auf Iles des Pins gelandet. Mitten in einer Fototapete!

Iles des Pins heißt die Insel wegen der Bäume auf dem kleinen Eiland im Hintergrund. James Cook hatte sie für Pinien gehalten. In Wahrheit sind es Auraukarien. Und zwar eine ganz spezielle Art, die es nur hier gibt.
Der Flug: Fensterplatz, perfektes Wetter und unter uns die Südsee. Mein Gott, war das aufregend!

Nix Fotoshop: Die Farben sind tatsächlich genau so!

Wir wollten, wo wir in Neuseeland schon einmal so dicht dabei waren, unbedingt einen Abstecher in die Südsee machen. Auf Neukaledonien kamen wir durch Zufall. Der Flug war bei New Zealand Airlines im Angebot und die Reise hierhin für uns als Europäer unkompliziert. Neukaledonien gehört zu Französisch Polynesien und politisch, als französisches Überseegebiet, zu Frankreich. Theoretisch genügt ein Personalausweis, um hier einzureisen.

Auckland. Liebe auf den ersten Blick

Sollte ich, aus welchen Gründen auch immer, nach Auckland ziehen müssen, würde ich sofort anfangen, zu packen. Es ist zu schön! Überall Wasser, Schiffe, tolle neue Häuser und wundervolle alte Holzhäuschen. Schmucke Altbauten und Glaspaläste. Ein unglaublicher Mix von Menschen, die sich alle prächtig zu verstehen scheinen und bestens miteinander auskommen. Nicht Asiaten hier und Europäischstämmige an einem anderen Tisch. Nein, bunt gemixte Gesellschaften, aller Hautfarben und Nasenformen. Ein freundliches, offenes, fröhliches Miteinander. Genau so sollte es überall sein!

Schon mal prima: Wenn man vom Bett aus aufs Wasser schauen kann.
Hafencity auf Neuseeländisch

Tolle Ausflugsmöglichkeiten: In weniger als einer Stunde ist man nach einer wundervollen Fährfahrt auf wunderbar entspannenden Inseln. Zum Beispiel auf Waiheke Island

Waiheke ist so, wie ich mir Hawaii immer vorgestellt habe: sonnig, lässig, schön.
Und zum Schluss: Weinprobe auf einem Waiheke Weingut. Aber da muss ich sagen: Rosé können die Franzosen besser.

Neu Kaledonien

Mein erstes GoPro Bild, ja es werden reichlich Fisch Fotos folgen!

Einfach ein verstecktes Paradies. Jedem dem ich erzählt habe: Wir fliegen nach Neu Kaledonien! Fragte erst mal: Hä, wohin?.

Niemand hat diese wunderschöne kleine Südsee-Inselgruppe, direkt zwischen Australien und Vanuatu, so wirklich auf dem Schirm. Vielleicht, da sie zu den wenigen Inseln gehört, auf denen Französisch gesprochene wird. Aber für uns nur ein Grund mehr, dieses versteckte Paradies zu erkunden.

Lyttelton, Akaroa und der coolste Hund Neuseelands.

Eine wunderbare einstündige Autofahrt durch Mittelerde trennt Akaroa von Christchurch. Es liegt praktisch auf der anderen Bergseiten von Lyttelton. Nach Lyttelton kommt man mit dem öffentlichen Bus. Linie 28. Beides ist absolut einen Besuch wert.

Lyttelton. Der größte Hafen der Südinsel.

Das Holz, das auf Neuseeland geschlagen wird, geht überwiegend nach China. In Lyttelton wartet es auf seine Verschiffung. Im Vergleich zu Hamburg wirkt der größte Seehafen der Südinsel fast schon verschlafen. Schöne Holzhäuser mit noch schöneren Aussichten schmiegen sich an die Berghänge ringsum und das Wasser ist auch hier von einer unwiderstehlichen gletschergrünen Farbe.

In Wirklichkeit ist das Wasser noch viel türkiser!
So etwas Hübsches wächst einfach am Straßenrand.
Und so etwas Leckeres servieren einem nette, junge Leute knusprig warm aus dem Holzofen. Hier der Link:

https://www.arbourbar.co.nz

Akaroa ist von französischen Siedlern gegründet worden. Ein wunderbar entspanntes Küstenörtchen an dem ich eine fantastische Cheesroll gegessen habe. Nein, ehrlicher Weise zwei. Zu lecker.

Beschauliches Städtchen mit schönen Cafés

Und jetzt zum Hund:

Ist er nicht das coolste Wesen, das je ein Auto gesteuert hat?
Nein, das ist kein gestriegelter Oldimer mit einem Hipster am Steuer. Das ist ein funktionierendes Farmfahrzeug mit Anhänger. Der Fahrer trug kurze Hosen und Gummistiefel, die wahrscheinlich noch nie geputzt worden sind. Und dem Inhalt des Anhängers nach zu urteilen, waren die beiden auf dem Weg zum örtlichen Recyclinghof.
Die Zeitreise im Video

Christchurch . Verwundete Stadt

2011 war das Jahr, an dem die Welt still stand in Christchurch. Ganze 10 Sekunden dauerte das große Beben und danach war nichts mehr, wie es vorher war: 185 Menschen starben. 6.000 verletzt. 100.000 Wohnhäuser waren zerstört. Die Wunden, die diese 10 Sekunden in den Herzen und den Seelen der Menschen hinterlassen hat, konnte ich nicht sehen. Aber die in der Stadt sind deutlich sichtbar.

Parkplätze gibt es in rauhen Mengen. Es muss schwer sein, wieder Vertrauen zu fassen. So viel Vertrauen, dass man an diesem Ort wieder in Immobilien investiert. Zumal man Gebäude in Christchurch nicht gegen Erdbeben versichern kann. Die Versicherungen haben gelernt: unkalkulierbares Risiko. Und erdbebensicher zu bauen ist vermutlich unerschwinglich. Das Fazit: eine zerpflückte Stadtlandschaft, kaum Altbauten. Nur an ein paar Stellen sieht man, wie schön Christchurch einmal gewesen sein muss. Ein paar Neubauten. Fantastisch ist das Kunstmuseum. Ganze Stadtteile voller einstöckiger Bauten, eigentlich Behelfsimmobilien, in denen Autos, Möbel o.ä. verkauft werden. Und Baustellen an allen Orten. Wohnungsneubau sieht man viel mit kleinen Reihenhäuschen. Der Neuseeländer hat gerne seine eigenen vier Wände um sich. Und es gibt ein paar schön restaurierte Überlebende: der Museumskomplex zum Beispiel oder das renommierte Christ College. Soweit das Stadtbild.

Jetzt zu den Menschen: Sie sind die freundlichsten, nettesten, höflichsten und aufmerksamsten Mitmenschen, denen ich je begegnet bin! Alleine deswegen fühlt man sich in Christchurch vom ersten Augenblick an wohl.

Für jeden Pflanzenfan ein absolutes Muss ist der Botanische Garten: Victorianische Gewächshäuser und ein atemberaubendes Arboretum. Bekannter Habitus in XXL. Die Kiefern nehmen kein Ende. Die Giant Sequoyer wachsen tatsächlich in den Himmel. Eukalyptus, für den es eine Großfamilie braucht, um ihn umfassen zu können. Der Botanische Garten ist fantastisch!!!!!!

Und unbedingt einen Blick in die Neuseeland-Abteilung werfen: Ja, man ist hier tatsächlich am anderen Ende der Welt. Ganz weit weg von zu Hause!

Ich habe noch nie solche Pinien gesehen!!!!

Das fahrende Restaurant

Aus Melbourne haben die Christchurcher die Wagen importiert, die jetzt wieder die früheren Gleise befahren. Zum Sightseeing tagsüber und abends als Restaurant mit wirklich leckerem Essen und passenden Weinen. Ella hatte das als Überraschung für uns gebucht.

Von wegen alles friedlich! Begegnung mit einem Seeleoparden.

Christchurch hat, wenn man etwas auswärts fährt, wunderschöne Strände. Auch im Winter. Der Pazifik schäumt in Gletschertürkis gegen den Sand, Treibholz liegt in abenteuerlichen Mengen in der Bucht verstreut und die Bergketten schichten sich dreidimensional immer höher an den Horizont, bis hin zu den schneebedeckten Südalpen… wild, windig, wunderschön.

Strand bei Christchurch

„There is a big seal laying over there.“ Eine freundliche Hundebesitzerin hat ein Meereswesen gesichtet. „A really big one!“, betont sie sichtlich beeindruckt. Das ist spannend. Ich liebe Seehunde. Und dann noch ein großer. Gleich bei meinem ersten Strandspaziergang. Toll. Wir wandern eine Weile und entdecken nichts besonderes. Einmal ist eine Stelle, an der ein Tier gelegen haben könnte. Schade, hat sich wohl schon wieder in die Tiefen des Meeres zurückgezogen. Na denn, vielleicht ein andermal. Plötzlich laufen die Hunde nach vorne. Auf ein längliches ziemlich großes Holzstück zu. Ein Baumstamm vielleicht. Komisch sieht er aber aus, irgendwie. Wir holen die Hunde zurück. Das muss der Seehund sein. Länge, so 2,5 drei Meter. Nicht dick, komisch länglich. Scheint nicht mehr zu leben. Ich gehe etwas näher, um ein Foto zu machen, umrunde das Tier an der Kopfseite und da beginnt es zu schnuppern. Ich bewege mich automatisch rückwärts. Was ist das???? Kleiner Kopf, wie ein Urwesen, langer Körper, aufgeregtes Schnuppern. Es sieht selbst für einen ausgesprochenen Naturfreund wirklich nicht hübsch aus und ziemlich gefährlich. Und es ist beileibe nicht tot. Es hatte uns nur nicht bemerkt. Klar, wir hatten den Wind gegen uns. Aber jetzt!!!!!!! Langsam, immer weiter rückwärts und dann noch weiter weg. Sehr weit. Ein Foto gibt es. Immerhin. Es war ein Seeleopard. Ein antarktisches Raubtier, das neben dem Orka, als das gefährlichste in dieser Region gilt: Weibchen bis zu 400 kg schwer, 3,5m lang, bewaffnet mit Messerscharfen Zähnen. Hält sich normalerweise am Packeisgürtel der Antarktis auf und wird im Winter selten auch an Neuseeländischen Stränden gesichtet. Ein Seeleopard frisst Robben, Pinguine, zur Not auch Fisch. Am liebsten jedoch Warmblüter: Hunde? Strandspaziergänger? Schafe?

Nein, im Ernst. Das hätte dumm ausgehen können. Die neuseeländische Regierung empfiehlt mindestens 15m Abstand zu allen Meereslebewesen. Wahrscheinlich ist sie durchaus sinnvoll, diese Regelung. Würde ich jetzt genau so unterschreiben.

Der Anblick täuscht. Dieser Seeleopard ist weder tot noch klein. Er maß so 2,5-3m.

Mama am anderen Ende der Welt

Und endlich ist es soweit: Mama begleitet mich bei meinem großem Abenteuer. Also geht ab jetzt unsere Reise gemeinsam weiter. Erst mal nach Neukaledonien und dann mit dem Auto quer durch Neuseeland.

Damit auch Mamas Eindrücke der Reise nicht untergehen, könnt ihr die ab jetzt hier unter `Mama am anderen Ende der Welt`verfolgen.

Kia ora Aotearoa!

Ich hätte nicht geglaubt, dass ich in meinem Leben einmal die Südhalbkugel betrete. Geschweige denn Neuseeland. Ein Wunsch, eine Idee – wahrscheinlich schon immer. Schließlich haben wir sehr liebe Freunde dort. Aber wirklich umsetzen…? Und dann kam es so: Ella ist für ihr Praktikum in Christchurch. Zwischen Praktikum und Studium war sieben Wochen Platz. Und dann die Frage: Hast du Lust….?

Klar. Es folgten Überlegungen hin und her und Matthias sagte: „Once in a lifetime. Du wirst es bereuen, wenn du das jetzt nicht machst.“ Okay. Ich mach‘s!

Ein paar Wochen später und einige Nerven weniger bin ich schließlich hier.

Kurze Rückschau: Die Einreisebestimmungen sind so komplex, dass ich schon an der Traveldeclaration gescheitert wäre. Die hat Ella dann für mich gemacht. Impfen, internationaler Führerschein, Reiseapotheke, Packlisten. Und alles zu Hause ans Laufen bringen, was sonst gestockt wäre. Aber dann flog ich – vermeintlich komplett vorbereitet – los.

Hamburg – Dubai – Melbourne und Stopp. „Where is your visum?“ Die Mitarbeiterin am Check in war eindeutig. „Ich als Europäerin brauche keines. Brauchte ich noch nie. Nur die Traveldeclaration, Internationale Impfbescheinigung, Rückflugticket, bitte schön.“ „You need a visum.“ Sie zeigt sich unbeeindruckt. „Ich habe Freunde in Neuseeland, meine Tochter ist auch schon da. Die können das alle bestätigen.“ Unbeeindruckt. Inzwischen hatte ich alle in Neuseeland aufgeschreckt: Alle waren am Telefon und ebenso hilflos wie ich. „I talk to you. Not to anybody else.“ Sie griff zum Telefon und informierte das Bodenpersonal, dass mein Koffer nebst einem anderen, der einer ebenso glücklosen Russin gehörte, wieder auszuladen seien. Grmpf. Was jetzt? Eine mitfühlende Schalterzugehörende sagt: „Try it. Use the App.“ Und jetzt kommt‘s, was keiner je von mir erwartet hätte: Ich brauchte gerade einmal zwei Minuten, um eine App zu laden (sowas machen normalerweise meine Kinder für mich) mich im Visa Weaver Programm zu registrieren (sowas macht normalerweise mein Mann für mich) und per Kreditkarte zu bezahlen (das kann ich selbst). Ich platzte vor Stolz, als das „registered“ erschien.

Sie war unbeeindruckt und teilte mir mit, dass das nicht reichen würde, denn es dauere erfahrungsgemäß mehr als 10 Minuten, bis die Registrierung auch bestätigt sei. Erst das mitleidvolle Wesen neben ihr konnte sie dazu bewegen, meinen Pass noch einmal durch den Scanner zu ziehen. Und „Bling“ Accepted! Ich riss ihr den Pass aus der Hand und rannte zum Flugzeug. Letzt mögliche Minute. Ich fiel neben einem Kiwi-Riesen ins Polster. Die Russin hat es nicht geschafft.

Also, falls jemand von euch in der nächst Zeit nach Neuseeland möchte: Ihr müsst – auch als Europäer – ein Visum haben. Diese Regelung gilt seit 2019. Und im Prinzip ist sie einfach: App laden, registrieren, bezahlen. Nur: man muss es wissen!!!!!!!

Aber ihr wisst das jetzt ja.