Roadtrip: das Finale.

In Oamaru hatten wir so ein schönes Airbnb, dass wir dort eigentlich länger bleiben wollten. Es war jedoch nicht mehr frei. Also beschlossen wir, doch noch in die Berge zu fahren. Zum Glück!

Da ist er: Aoraki, Mont Cook, der heilige Berg der Maori.
Einer der Mirror-Lakes
Shepards Church am Lake Tekapo
Lake Tekapo
Die Holzbrücken sind für schwere Fahrzeuge gesperrt. Sie müssen durch die Fuhrt. Dieser LKW hat sich dort festgefahren.

Das Gebiet um den Lake Tekapo ist nicht nur tagsüber atemberaubend schön, sondern auch ein „World Heritage Dark Sky“. Hier gibt es praktisch keine Luft- und keine Lichtverschmutzung. Es ist absolut dunkel. Hier kann man, wenn man Glück hat, Aurora Australis sehen. Das südliche Pendant zu den Nordlichtern. Also haben wir uns aufgemacht in die Dunkelheit. Sind des Nachts zum Berg mit dem Observatorium gefahren, haben festgestellt, dass die Straße hoch zum Observatorium gesperrt ist, und uns dann auf einem einsamen Weg neben das Auto auf die Erde gelegt, um in den Himmel zu schauen:

Vielleicht ein kleiner Pfitzel Südlicht am Horizont?

Ob es tatsächlich ein bisschen Aurora Australis ist, werden wir nie erfahren. Aber das Bild ist doch eigentlich ein ganz schönes Schlussfoto für diese wunderbare Reise am anderen Ende der Welt 🙂

Meereswesen

Kaikoura: Wahle, Seebären

Vor dem kleinen Küstenörtchen Kaikoura fallen die Berge praktisch senkrecht im Meer ab. Schon ein paar hundert Meter vom Strand entfernt ist der Pazifik mehr als 2.000 m tief: Wal-Gebiet. Früher haben die Europäer hier Wale gejagt. Heute werden sie geliebt. Vor allem männliche Pottwale leben das ganze Jahr hier. Das Whale-Watching wird von Maori betrieben. Wale sind ihnen heilig. Die Guides auf dem Boot erkennen jeden Wal an seiner individuellen Schwanzflosse und haben jedem einen Namen gegeben.

50m vor unserem Boot taucht ein ausgewachsener Pottwal ab.
Seebären in leben in großen Kolonien am Südrand von Kaikoura

Oamaru: kleine, blaue Pinguine

Entlang der südlichen Pazifikküste gibt es immer wieder Kolonien von kleinen, blauen Pinguinen. Die größte ist in Oamaru. Ella war schon einmal hier und so begeistert, dass wir hinfahren müssen. Wir buchen ein Premiumticket und haben sensationelle Plätze. Die Wellen schlagen in der Dämmerung mit Wucht auf die Felsen. Wir sitzen, warten und frieren. Plötzlich wimmeln kleine Körper in der Gischt. In Gruppen strampeln sich tatsächlich kleine, blaue Pinguine in den aufrechten Gang, klettern über Felsen und watscheln, oben angekommen, übers Gras zu ihren Schlafplätzen. Keine fünf Meter von uns entfernt! 271 Pinguine kommen an diesem Abend an Land. Die Szenerie ist mit orangem Licht beleuchtet. Die Pinguine können es nicht wahrnehmen. Für sie ist es Nacht. Wir dürfen nicht sprechen und auch das Fotografieren ist streng verboten.

Erst hier, wie ich in Christchurch auf dem Flughafen sitze und diesen Beitrag schreibe, kann ich ein Foto dieser berührenden kleinen Lebewesen machen:

Sind sie nicht unfassbar süß?

Pūkaha

National Wildlife Centre

Natürlich mussten wir auch einen Kiwi sehen, wenn wir in Neuseeland sind. Leider gibt es nur noch wenige Exemplare, daher ist er sehr selten sie in freier Wildbahn zu treffen. Häufiger haben Leute versucht, uns zu erzählen, dass das daher kommt, weil die Maoris früher so viele von ihnen gegessen haben. Aber mal ehrlich, ich vermute mal stark, dass es nur noch so wenig Kiwis gibt, weil ihr Lebensraum zerstört wurde von den Europäern, da sie die Bäume wegen dem Holz und danach wegen der Wiese für die Schafe abgeholzt haben. Man darf bei dem Anblick der grünen Rasenhügel nie vergessen, dass das alles mal dichter Urwald war, wo es reichlich Verstecke und Nahrung für Kiwis gab.

Und noch einer der bekanntesten Fehler von Touristen ist hier: Einen Kiwi und einen Weka zu verwechseln. Also nur damit ihr vorgewarnt seid: Wenn jemanls ein Touriguide euch erzählen will: Das ist ein Kiwi und es ist etwas ganz Besonderes, dass ihr den am Tag seht! Er lügt. Kiwis sind wirklich nur nachts aktiv.

Dabei ist so ein Weka wirklich cool. Um euch selbst davon ein Bild zu machen : https://blog.forestandbird.org.nz/10-incredible-facts-about-weka-to-impress-your-mates-with/ 10 unglaubliche Fakten für über einen Weka. Und wenn ihr eh schon dabei seid: https://www.youtube.com/watch?v=hkqCn4TgZlQ&t=1s ! Ich bin dafür, DER WEKA MUSS DER VOGEL DES JAHRES 2022 WERDEN!!! Vor allem sind sie super zutraulich und immer sehr daran interessiert, was man gerade so macht! Einfach lustige Wesen!

Und hübsch ist er auch noch!

Die Vögel

Wir haben also einen Stop am an einem Vogelcenter gemacht. Um einen echten Kiwi zu sehen. Das Pukaha-Vogelcenter päppelt verwundete Vögel auf und sie brüten verschiedene Eier von Vögeln aus, damit diese dann wieder ausgewildert werden können. Wirklich beeindruckend. Deren Gebiet, ein Vulkanischer Hügel zwischen Palmerston North und Wellington, ist ein Vogelparadies. Sie sorgen nicht nur dafür, dass alle Vogeleier durch kommen, sie züchten auch die Einheimischen Insekten, welche für die einheimischen Vögel als Nahrungsquelle überlebenswichtig sind.

Sie haben über die Jahre schon 600 Kakas ausgewidlert, von denen 200 regelmäßig um 15:00 zur Fütterung vorbei kommen.

Wir haben immer wieder auf unserer Reise Kakas getroffen, die in Pukaha aufgezogen und dann ausgewildert wurden. Erkennen kann man sie an ihrem Bändchen am Fuß.

Aale

Und sie füttern auch die neuseeländischen Aale! Tolle Tiere. Sie werden bis zu 2 Meter groß und 100 Jahre alt! Leider werden sie gefischt und zwar so viel, dass sie vom Aussterben bedroht sind und sich ihr Bestand trotz vieler Tierschutzversuche weiter verringert. Dabei sind die Tiere so faszinierend, sie schwimmen zum Laichen bis nach Vanuatu und dann sterben sie. Ich kann gar nicht nachvollziehen, wie man so beeindruckende Tiere töten kann.

Und warum der Kiwi der Vogel der Nation ist, kann man wieder mal in einer Maori-Legende nachvollziehen:

Wie der Kiwi seine Flügel verlor und zum beliebsteten Vogel Neuseeland wurde

Eines Tages ging Tanemahuta, der Gott des Waldes, durch den Wald. Er schaute hinauf zu den Bäumen, die seine Kinder sind, und bemerkte, dass sie krank wurden, weil sie von Käfern am Boden zerfressen wurden.

Er sprach mit seinem Bruder Tanehokahoka, damit er die Vögel des Himmels zusammenrief, die wiederum seine Kinder sind.

Tanemahuta erzählte ihnen:

„Etwas plagt meine Kinder, die Bäume. Ich brauche einen von euch, der aus den Baumkronen herunterkommt und fortan auf dem Boden lebt, sodass meine Kinder und auch eure Heimat gerettet werden kann. Er muss die Insekten auf dem Boden essen. Wer ist dazu bereit?“

Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.

Tanehokahoka wandte sich an den Tui (Flötenvogel):

Für mich der schönste Vogel Neuseelands. Man hört und sieht ihn überall, wo es ein bisschen Urwald gibt. Das Foto hab ich in Rotorua gemacht.

„Hey, Tui, willst du vom Blätterdach herunterkommen?“

Der Tui schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich.

„Nein, Tanehokahoka, es ist zu dunkel, ich fürchte mich vor der Dunkelheit.“

Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.

Tanekohakoha wandte sich an Pukeko (Sumpfhuhn):

Man sieht sie wirklich überall, leider meistens überfahren. Wenn ich ein Foto von einem lebendigen mache, reich ich es noch nach. https://nzbirdsonline.org.nz/species/pukeko

„Pukeko, willst du auf den Boden kommen?“

Der Pukeko schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich.

„Nein, Tanekohakoha, der Boden ist zu feucht, und ich möchte nicht, daß meine Füße nass werde.“

Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.

Tanehokahoka wandte sich an Pipiwharauroa (Kuckuck):

https://www.nzbirdsonline.org.nz/species/shining-cuckoo den hab ich leider nicht entdecken können, daher ein Foto aus dem Internet

„Pipiwharauroa, willst du aus den Baumkronen herunterkommen?“

Pipiwharauroa schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich. Er schaute sich um und schaute seine Familie an.

„Nein, Tanehokahoka, ich bin damit zu beschäftigt, mein Nest zu bauen.“

Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich. Tanehokahoka war traurig. Er wusste, dass nicht nur die Baume sterben werden, sondern auch, dass die Vögel dann keinen Lebensraum mehr haben würden.

Tanehokahoka wandte sich an den Kiwi:

„Hey, Kiwi, willst du aus den Baumkronen herunterkommen?“

Kiwi schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich. Der Kiwi schaute seine Familie an. Nachdem er sich noch einmal umschaute, wandte er sich an Tanehokahoka und sagte:

„Ich mach`s.“

Die Freude bei Tanehokahoka und Tanemahuta war groß, denn dieser kleine Vogel gab ihnen Hoffnung. Doch Tanemahuta warnte auch den Kiwi vor dem, was geschehen würde.

„Hey Kiwi, bevor du dies tust, solltest du dir im Klaren sein, was geschieht. Du wirst dick und plump werden, du wirst starke Beine und Zehen bekommen mit denen du Holzscheite am Boden auseinanderreißen kannst, du wirst deine wunderschönen bunten Federn und deine Flügel verlieren und du wirst nie mehr in die Baumkronen zurückkehren können. Du wirst nie wieder fliegen können. Du wirst nie mehr das Tageslicht sehen.“

Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.

„Hey Kiwi, willst du vom Dach des Waldes herunterkommen?“

Der Kiwi warf einen letzten Blick auf die Sonnenstrahlen, die durch die Bäume flimmerten und sagte ihnen leise Lebewohl. Der Kiwi warf einen letzten Blick auf die anderen Vögel, auf ihre Flügel und ihre bunten Federn und sagte allem ein leises Lebewohl. Nachdem er sich noch einmal umgesehen hatte, wandte er sich an Tanehokahoka und sagte:

„Ich mach`s.“

Dann wandte Tanehokahoka sich an die anderen Vögel und sprach:

„Hey, Tui, weil du dich so sehr gefürchtet hast, herunterzukommen, trägst du von nun an zwei weiße Federn an deiner Kehle, die dich als Feigling ausweisen.
Pukeko, weil du dir deine Füße nicht nass machen wolltest, wirst du für immer im Sumpf leben.
Pipiwharauroa, weil du zu beschäftigt warst, dein Nest zu bauen, wirst du von nun an niemals wieder ein Nest bauen, du wirst deine Eier in anderer Vögel Nester legen.
Aber du Kiwi, weil du ein großes Opfer gebracht hast, sollst der bekannteste und der am meisten geliebte Vogel von allen sein.

Und ja, das ist er auch echt geworden. Nicht umsonst bezeichnen sich die Neuseeländer auch als Kiwis!

P.S. Diese Legende habe ich aus vielen verschiedenen zusammengeschrieben, die ich im Internet gefunden habe. Und Erzählungen die ich auf der Reise geführt habe.

So ein Kiwi ist echt viel größer, als ich mir ihn vorgestellt habe.

Waipoua

Kauri Forest

Wenn wir an Neuseeland denken, denken wir an weite Felder und grüne Grashügel mit Schafen drauf. Aber was man vergisst, zumindest die Nordinsel war mal bedeckt von einem wunderschönen, dichten Regenwald, der voller Leben war. Die Briten haben damals alles abgeholzt für Holz und um später auf den Flächen Vieh zu halten.

Um heute noch einen Eindruck von dem damaligen Aussehen von Neuseeland zu machen, muss man sich ganz schön bemühen! Vor allem gab es tausende von wunderschönen, großen Kauri Bäumen. Die Briten nutzen diese für die Masten ihrer Segelschiffe. Aber auch die Maoris fällten immer wieder gezielt einen Kauri Baum, um Kanus aus ihnen zu bauen.

Bevor man in den Kauri Forest gehen darf, muss man seine Schuhe putzen, damit man ja nichts von woanders einschleppt. Das ist irgendwie eine traurige Erinnerung daran, wie kaputt die Natur hier schon ist. So kaputt, dass ein 2000 Jahre alter Baum von dem Sand unter meinen Schuhen bedroht sein kann.

Tane Mahuta

Der Tane Mahuta ist der größte Kauri Baum, auf Neuseeland. Er wird auf über 2000 Jahre alt geschätzt und er ist natürlich ist er auch Legendär:

Der Legende nach ist Tane der Sohn von Ranginui, der Gott des Himmels. Seine Mutter ist Papatuanuku, die Göttin der Erde.

Die Legende: Am Anfang herrschte Dunkelheit auf der Erde. Der Boden und der Himmel lagen nah aufeinander, zwischen ihnen hatten nur ihre Kinder Platz, welche aber nie das Tageslicht sehen konnten. Irgendwann wurden die Kinder mit ihrem Leben in der Dunkelheit unzufrieden und begannen sich über ihre Situation be beraten:

„Wie können wir unsere Situation ändern.Was wollen wir mit Mama (die Erde) und Papa (der Himmel) machen?“ Sagten sie.

„Sollen wir sie töten oder reicht es, wenn wir sie nur auseinanderreißen?“

Tu-matauenga, der wildeste unter den Kindern und Gott des Krieges, schlug vor, die Eltern zu töten.

Tane Maut, der Gott des Waldes, und aller Tiere im Wald, sprach danach: „Ich bin dagegen! Es ist besser, sie nur zu trennen. So kann der Himmel weiterhin über uns wachen, und die Erde unter uns sein. Der Himmel wird uns wahrscheinlich fremd werden, aber die Erde um so vertrauter, sie wird unsere Mutter bleiben und sich um uns kümmern und uns pflegen.

Langsam, ganz langsam richtete sich Tane Mahuta auf. Dabei stemmte er seinen Vater (der Himmel) von der Mutter (die Erde).

Tane Mahuta brachte damit Licht und Luft auf die Erde. Somit ermöglichte er Leben. Daher sind alle Lebenden Wesen auf der Erde seine Kinder und er wird als der Gründer des Lebens auf der Erde angesehen.

Und hier ein bisschen Jungle feeling für alle!

Taihape

Ja, in Neuseeland darf man die meisten Geschäfte mit Gummistiefeln nicht betreten. Also läuft man auf Socken rein und lässt seine Schuhe vor der Tür stehen.

Eigentlich wollten wir hier nur einmal bei der Durchfahrt übernachten. Aber was soll ich sagen, das Dörfchen hat uns irgendwie verzaubert und unser Airbnb war so unglaublich, dass wir glatt ein bisschen geblieben sind.

Also erst einmal zu unserem B&B. Das war echter Glücksgriff! Es war so liebevoll renoviert und es gab zur Begrüßung schon selbst gebackene Tarte. Getoppt wurde das ganze vom Frühstück mit hausgemachten Marmeladen und selbstgebackenem Brot.

Das Frühstück war fürstlich!

Aber nun zu Taihape, da es wahrscheinlich keinem von euch etwas sagt. Hier ist der Ort legendär, zumindest für alle Gummistiefelliebhaber! Gummistiefel sind in Neuseeland allgemein in wichtiges Thema, sie ersetzten eigentlich alle Schuhe, und wenn ein Gummistiefel einmal wirklich nicht angemessen ist (zum Beispiel in einem schicken Restaurant) lässt man sie vor dem Restaurant stehen und geht man einfach Strumpfsock umher.

Taihape nennt sich nicht umsonst die Gummistifel-Hautstadt der Welt. Immerhin wird hier jährlich die Weltmeisterschaft im Gummistiefelweitwurf ausgetragen. Ja, das ist hier eine richtig anerkannte Sportart.

Roadtrip: im Norden der Südinsel

Wir nahmen die Fähre von Wellington nach Picton, um auf die Südinsel zu kommen. Dankenswerter Weise wies uns unsere Host darauf hin, dass wir rechtzeitig buchen müssen. Wir öffnen die Seite und Schock: In den nächsten 14 Tagen kein Platz für Autos auf der Fähre! Außer einem: ablegen nachts um zwei. Ankunft morgens um 6:00! Dabei soll die Schiffsreise durch Marlborough Sounds eine der schönsten Fährverbindungen der Welt sein. Gut. Das haben wir selbst vermasselt. Also um 2:00 auf die Fähre. Halbliegend auf mäßig bequemen Sitzen zwei Mützen voll Schlaf und dann ein guter Kaffee. Geht doch.

Als wir in Picton anlegen, dämmert der Morgen hinter den Bergen von Marlborough herauf. Als wir den Hafen verlassen, fängt‘s an zu regnen.

Nelson: eine der ersten Siedlungen

Nur noch 9 Stunden bis zum Checkin in unserem Airbnb. Wir überbrücken die Zeit des strömenden Regens in diversen Cafés in Nelson.

Aber auf Pech folgt bekanntlich Glück und so fanden wir uns in einem der ersten Häuschen der Gegend wieder. Erbaut in dem Jahr, als die ersten Siedler sich hier niederließen: 1830. Auf den Hof werden wir von einer kleinen Schar Enten und Hühner begrüßt. Und drin ist es warm, trocken und urgemütlich.

Abel Tasman: Neuseelands kleinster Nationalpark

Der kleinste Nationalpark ist mit Sicherheit einer der schönsten.

Wir wollen den Coasttrack wandern. In Wellington habe ich mir gute, wasserfeste Hikingschuhe gekauft. Mal sehen, wie weit wir kommen.

Split Apple. Ein Strand mit einem berühmten Stein kurz vor dem Abel Tasman

Natur: Lichtblicke

Auf unserem Weg in den Süden sind wir vom Highway No.1 auf die Nummer zwei gewechselt. So kommen wir an einem Wildlifecenter vorbei, das sich um native Birds kümmert. Eine Woche später hätten wir hier Richie McCaw treffen können. Das ist DIE neuseeländische Rugbylegende überhaupt. Ella ist kurz davor, vor der Vogelstation zu campen. Lässt es dann aber doch.

Puhaka National Wildlife Reserve

Auch ohne Richie McCaw ist Puhaka einen Besuch wert. Ähnlich unserer Nabu-Stationen kann man hier erfahren, wie Neuseeland noch vor 150 Jahren ausgesehen hat. Es gibt Tuis, Keas, Kakas und noch einige Vögel mehr zu sehen, die wir nicht kennen. Und es gibt ein Kiwi-Haus.

Kakas. Mehr als 600 von ihnen konnte das Wildlive Reserve schon wieder auswildern. Manche kommen zur Fütterungszeit nachmittags um 15:00 Uhr wieder. Man kennt jeden einzelnen Vogel. Einige sind Monate lang weg und kommen dann irgendwann wieder, erzählt man uns. Sie können bis zu 60 Jahre alt werden.
Einmal einen echten Kiwi sehen!

Aale!

Was die Kiwis nicht fressen, bekommen nachmittags um 13:30 die Aale. Bis zu zwei Meter lang und 40 kg schwer werden sie hier in Neuseeland.

Was wir über den Aal erfahren haben:

Sie atmen über die Haut und können deshalb nächtelang auch über Land wandern. Das tun sie in der Zeit, in der sie im Süßwasser leben. Sie fressen sich dort fett, stoppen dann die Nahrungsaufnahme und schwimmen flussabwärts bis ins Meer. Dort schwimmen bis nach Tonga, das sind 4 – 5.000 km, um dort zu laichen. Nach dem Laichen sterben sie. Die geschlüpften Aale treiben mit der Meeresströmung wieder nach Neuseeland zurück, um in den Flüssen und Bächen im Süßwasser heranzuwachsen. Bis auch sie sich nach 25 – 40 Jahren wieder auf die Reise machen. Ist das nicht faszinierend? Neuseeländische Aale können über 100 Jahre alt werden.

Unsere heimischen Aale sind nicht so groß und werden, glaube ich, auch nicht so alt, sind aber genau so faszinierend. Auch sie kehren, wenn sie ausgewachsen sind, an den Ort ihres Schlüpfens zurück. Sie schwimmen gegen den Golfstrom bis in die Saragossasee, östlich von Florida. Das sind rund 5.000 km, ohne noch einmal Nahrung aufzunehmen.

Die Idee des Centers ist, die heimische Tierwelt zu bewahren und möglichst viele Vögel wieder in die Natur zu entlassen. Denn es gibt Bestrebungen, größere Fläche zu renaturieren und Lebensraum zu schaffen. Also: Nicht verpassen!

https://pukaha.org.nz/

Otari-Wiltons Bush, Wellington

Ein Siedler names Wilton verzichtete einst darauf, seine Ländereien komplett abzuholzen und bewahrte dadurch in einem kleinen Tal um einen Bachlauf herum ein Stück neuseeländischen Urwalds. Heute liegt dieser Bauchlauf am Rande Wellingtons. Später wurde Wiltons Land noch um ein Stück Maori-Land erweitert und nennt sich jetzt Otari-Wiltons Bush. Wir haben dort zahlreiche Tuis und Fantails gesehen und gehört und wundervolle alte Bäume getroffen.

Dieser Regenwald-Riese soll 800 Jahre alt sein. Er nennt sich Rimu.

Kaum betritt man den Otari-Wilsons Bush, mischt sich der Lärm der Stadt mit exotischem Vogelgezwitscher, Baumfarne, Lianen und üppiges Gründ katapultieren einen in ferne Welten. Und auch hier haben wir wieder das Gefühl, dass aus jeder unbeobachteten Ecke wieder Regenwald emporsprießt. Im Infocenter werden wir eines Besseren belehrt: Es war wohl ein ganzes Stück Arbeit, die Böden um Wiltons Land wieder so aufzubereiten, dass die Pflanzen aus dem Kernareal ausgeweitet werden konnten. Das Gebiet ist ökologisch sehr wertvoll. Hier entnimmt man Saaten für ähnliche Projekte in anderen Regionen Neuseelands.

Diese Urwald-Schönheit ist bestimmt auch sehr alt. Hatte aber kein Schild. So wissen wir nicht, wie sie heißt.

Wellington: Stadt der Individualisten

Vor unserem B&B: Schon wieder Glück gehabt! Wir wohnen im Dachgeschoss eines netten viktorianischen Holzhauses.

In Neuseeland scheint wirklich jeder herumlaufen zu können, wie er möchte. Aber nirgends geht es so individuell zu, wie in Wellington: Haare in allen Farben, Kleidung aller Stile, Stoffe, wilde Mischungen. In Welligton wird Persönlichkeit gefeiert und man bekommt Lust auf Veränderung. Also buchen wir uns als allererstes einen Friseurtermin:

Six60 spielt hier in den größten Arenen. In Hamburg sind sie Anfang Oktober im Knust. Ella hat Karten und ist happy.
Neuseeland feiert: Vor 50 Jahren wurde es den Maori erlaubt, Maori zu sprechen. Neuseeland beschäftigt sich mit der zweiten Hälfte seiner Kultur: Maori-Themen sind in Wellington allgegenwärtig. Sogar auf der Ampel!
In Wellington haben wir so lecker gegessen, dass wir Nachtisch nehmen mussten. Zu Hause gilt wieder 16:8! Immerhin habe ich eine Reise-Yogamatte dabei und übe regelmäßig.
So eine hübsche Stadt
Das Café vor dem Botanischen Garten hat einen fantastischen Blick.
Nicht verpassen: Der Botanische Garten hat nicht nur eine schöne Sammlung, er bietet auch die schönsten Ausblicke auf die Stadt.
Mit dem Cable Car vom Botanischen Garten in die Stadt. Der Aussicht wegen.

Roadtrip durch Neuseeland: Taihape – eine Zeitreise.

Das ist Taihape. 2022.

Ist das nicht wunderschön? Ein Städtchen wie aus Footloose! Pickups, Trucks, Leute in karierten Hemden und mit dicken Gummistiefeln an den Füßen!

In vielen Läden steht ein Holzofen, mit dem geheizt wird und man geht, wenn man auf dem Land wohnt, strumpfsock hinein.

In Taihape gibt es scheinbar nur ein Ereignis im Jahr: den Wettbewerb im Gummistiefelweitwurf. Und obwohl es hier außer dem nichts gibt, was die Erwähnung in einem Reiseführer wert wäre, ist Taihape unsere echte Empfehlung. Hier hatten wir das Gefühl, das wahre Neuseeland, das ursprüngliche gefunden zu haben. Hier haben wir ein Gefühl dafür entwickelt, wieviel den Leuten das Land bedeutet und das Farming. Und wie herzlich und gastfreundlich sie sein können. Und letztlich haben wir hier das schönste Airbnb auf unserer ganzen Reise gefunden:

Ist das nicht wunderschön?

Und jetzt das Frühstück:

Marmeladen, Apfeltarte, Pudding, Lemoncurd, alles selbst gemacht. Sogar das Brot war frisch gebacken. Eigentlich wollten wir hier nur einmal übernachten. Mussten aber verlängern 🙂

An alle: Falls ihr in die Nähe des Tongariro oder von Taupo kommt: Allein dieses B&B ist eine Reise Taihape wert!

Vulkane

Neuseeland ist vulkanischen Ursprungs. Und viele Vulkane sind immer noch aktiv. Es soll Thermalquellen geben, Geysire, heiße Quellen… Auf nach Rotorua!

Rund um die Kurstadt Rotorua gibt es ein sehr natürlich anmutendes Gebiet mit jungem Regenwald, vielen wunderschönen Seen und netten Ferienhäusern.

Unser Airbnb bei Rotorua

Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter. Es regnete praktisch die ganze Zeit, sodass wir noch nicht einmal bis zur nächsten Bergkette sehen konnten. Bei Sonne muss die Gegend hier ein Traum sein!

Frühstücksbesuch. Das Huhn wohnt in der Nachbarschaft.

Nicht verpassen: Whakarewarewa

Wir besuchten die kleine Maorisiedlung mit dem unaussprechlichen Namen kann man besuchen. Maori führen einen herum und erlauben einen Einblick nicht nur ins Dorfleben, sondern auch in die frühere Lebensweise. Tief beeindruckt sind wir von der Sehnsucht nach Anerkennung und der Bereitschaft zum Dialog. Und von der Hoffnung auf Frieden für die Welt. Was in der Ukraine geschieht, beschäftigt die Maorigemeinde in Rotorua sehr.

Dieser Tümpel liegt mitten im Dorf!

Und jetzt: baden 🙂

Im Thermalbad von Rotorua ruht man direkt am Seeufer in kleinen gefassten Quellen. Gegenüber spucken Geysire und Dämpfe steigen auf. Ein unwirkliches Szenario. Wir liegen bei 38 Grad, 41 Grad im warmen Wasser und schauen auf das Naturspektakel. Das Baden hier soll gegen Ischias, Rheuma und tausend andere Plagen helfen. Und es ist wunderbar entspannend. Sogar bei Regen!

Das Thermalbad ist ganz einfach und vielleicht gerade deshalb absolut einen Besuch wert.

Noch mehr Volcano Wonderland

Auf der Fahrt ins Tongariro-Gebiet kann man noch mehr Vulkane erleben. Am besten, man fährt einfach den braunen Hinweisschildern links und rechts der Straße nach. Bei uns waren einige Geysirgebiete auch gesperrt. Es hatte einen kleineren Ausbruch auf Whakaari Island gegeben. Dann geraten auch die heißen Quellen und Geysire in der Mitte der Nordinsel in Unruhe. „Alles hängt zusammen…“ hat der Guide in Whakarewarewa gesagt, und damit nicht nur die Vulkane gemeint.