
Wahrscheinlich der meistfotografierte Ort in Neuseeland. Der Punkt an dem das tasmaische Meer und der pazifische Ozean zusammentreffen. Aber es ist auch einfach ein schöner Fleck Erde. Was das Cape Reinga, den nördlichsten (erreichbaren) Punkt von Neuseeland, so schön macht: Er ist ein besonderer Ort für Maoris und Pākehā (europäische Einwanderer in Neuseeland).
Der wirklich nördlichste Punkt von Neuseeland ist der North cape. Eine kleinere Vulkaninsel in Sichtweite vom Cape Reinga. Allerdings ist sie ein Vogelschutzgebiet und damit nicht zugänglich. Aber irgendwie finde ich den Gedanken sehr schön, dass die nördlichste Insel von Neuseeland so ist, wie es einmal überall mal war. Unangetastete Natur, besiedelt nur von Vögeln.

Darum ist Cape Reinga ein bedeutender Ort für die Maoris:
Te Rerenga Wairua, der Name der Maoris für das Cape Reinga, heißt übersetzt so etwas wie „Absprungplatz der Seelen in die Unterwelt“. Nach der Māori Mythologie reisen alle Seelen der toten Maori der Küste entlang nach Norden. Getragen werden sie dabei von den Winden, die über die Inseln tosen. Daher windet es auch immer stark am Cape Reinga. Die Seelen fliegen bis zu dem alten Pohutukawa Baum auf der Landzunge von Te Rerenga Wairua.

Hier drehen die Seelen sich noch ein letztes Mal um, um einen Blick auf Aoteora (Neuseeland auf Maori) zu erhaschen. Sie steigen dann in die Unterwelt (reinga) ab. An den Wurzeln des Pohutukawa Baumes gleiten sie langsam ins Meer. Der Baum steht auf einer kleinen Landzunge unterhalb des Leuchtturms. Er wird auf älter als 800 Jahre geschätzt. Er bildet somit den Ort, an den die Seelen der Maoris Aotearoa verlassen und zurück nach Hawaiki reisen. Hawaiki ist laut der Maori Legenden die Insel, von der die Maoris ursprünglich stammen. Allerdings konnte niemals festgestellt werden, von welcher polynesischen Insel sie sprechen. Also ist es bis jetzt ein mystisches Land, in dem viele polynesische Stämme ihren Ursprung und die Wurzeln ihrer Kultur sehen.
Darum ist Cape Reinga ein bedeutender Ort für die Pākehā:
Für die Europäer (Pākehā), die damals per Boot nach Neuseeland kamen, hat vor allem der Leuchttum eine große Bedeutung. Bevor er 1914 in Betrieb genommen wurde, sind Nachts viele Schiffe auf ihrem Weg nach Neuseeland kurz vor dem Ziel an die Felsen geprallt. Viele Seeleute haben damals hier kurz vor dem Ziel ihr Leben gelassen. Fast ironisch, wenn man überlegt, dass sie da starben, wo die Seelen der Maoris ihre letzte Reise antreten.


Und es ist einfach ein wunderschöner Ort!






