Puerto Plata

Wunderschöne Stadt im Karneval

Platz der Unabhängigkeit

Alle haben von Puerto Plata geschwärmt. Also musst ich es mir auch selber mal anschauen. Der Weg dahin war mal wieder abenteuerlich. Und ich fühlte mich wieder dumm, dass ich kein Spanisch spreche. Aber das werde ich ändern, sobald ich ein bisschen Zeit habe! Zum Glück habe ich in Samana Deutsche kennengelernt, die auch mit dem Bus nach Puerto Plata fahren wollten. Kurzerhand schloss ich mich denen an. Wie abenteuerlich schon der Weg nach Samana war, steht im Beitrag von El Valle. Also stiegen wie in einen regionalen Bus nach Puerto Plata. Eng. Heiß. kein Sitzplatz. Sehr authentisch. Zusätzlich brauchte der Bus über sechs Stunden. Wahrscheinlich auch authentisch. Aber die Sicht war wie immer toll! Zumindest das. Alle anderen Deutschen stiegen schon kurz vor Puerto Plata aus. Also war ich alleine. Und es sprach mal wieder keiner Englisch. Also eine neue Challenge! Zusätzlich hielt der Bus an jeder Ecke und ich hatte keine Ahnung, wo ich raus musste und es war schon draußen auch schon dunkel. Perfekte Voraussetzungen! Also sprach ich einfach jeden in dem Bus an, bis ich einen fand, der zumindest ein bisschen Englisch sprach. Er wusste aber nicht, wie er mir mit Händen und Füßen erklären könnte, wo ich am besten aussteige. Kurzer Hand nahm einer meine Tasche und stieg mit mir aus. Organisierte mir ein Taxi und verhandelte sogar noch einen guten Preis. Und ich war wieder einmal überrascht von der freundlichen Hilfsbereitschaft der Einheimischen. Sowas ist echt nicht selbstverständlich! Und ich kam doch mal wieder sicher in meinem Airbnb an. Irgendwie klappt das doch immer.

Aber jetzt zu Puerto Plata. Die Stadt ist wunderschön! Es gibt viele schöne alte Häuser zu bestaunen. Grafitis an den Häusern. Eine wunderschöne Sicht über das Meer. Straßenkünstler. Schöne Straßen und – und da hatte ich wirklich Glück: Karneval im März!

Fischverkauf am Strand

Es war mal wieder einfach Glück. Der Karneval wurde wegen des schlechten Wetters der Wochen davor verschoben. So kam ich in den Genuss meines ersten karibischen Karneval. Es war einfach irre. Ein bisschen wie die Schwäbisch-Alemannische Fasnet mit ihren Umzügen im Schwarzwald. Bloß bunter. Und mehr Twerken. Twerken ist allgemein etwas, was hier eine sehr große Bedeutung hat! Aber man sieht eindeutig, dass die Kultur hier sehr beeinflusst ist durch die frühere Kolonialmächte, durch die Kultur, die die Sklaven aus Afrika mit gebracht haben und die Kultur die sich schon immer hier war. Ein Mischmasch, dessen Zauber man sich nicht entziehen kann.

Der hat mir einfach an der Haaren gezogen!
twerkende Nonnen

Samana

WhaleWatching und BacardiIslands
Die Brücke von Samana, das Wahrzeichen der Halbinsel

Die Dominikanische Republik ist einer der weltweiten Hotspots für Whale-Watching! Genauer gesagt Samana. In der Bucht versammeln sich von Januar bis März unzählige Buckelwale. 12 – 15m lang und bis zu 40.000 kg schwer können diese Riesen werden. Sie zu sehen, ist ein absolutes Highlight! Außerdem gibt es hier die Bacardi-Islands. Auf denen wurde mal ein Bacardi Werbespot gedreht. Und sie sind der absolute Karibik-Strand-Traum1!

Ich buchte eine Tour, um beides miteinander zu verbinden. Von meinem Hostel wurde ich mit einem Motorrad abgeholt. Gruselig. Das erste mal in meinem Leben, dass ich auf einem Motorrad saß. Ohne Helm! Aber ich hab überlebt. Zum Glück. Am Hafen ging es dann auch direkt aufs Boot und raus aufs Meer. Nach kurzer Zeit sprühte neben uns Wasser nach oben. Der erste Wal! Ein ausgewachsener Buckelwal. Einfach atemberaubend. Aber ich muss sagen, sie sehen ein bisschen aus wie sehr sehr große Schweinswale. Und was mich noch verblüfft hat, war, dass alle ihre Bewegungen fast wie in Zeitlupe erscheinen. Sie sprühen Wasser, tauchen langsam wieder ab, erst sieht man die Rückenflosse und dann die Schwanzflosse. So als hätte jemand das ganze in Slow Motion abgespielt. Sehr Respekt-einflößend!

Weiter auf die Bacardi-Islands. Es fühlte sich an, als würde ich mitten in der Werbung stehen.https://youtu.be/UXsF7UiiT44 falls jemand die Werbung nicht kennt, unbedingt anschauen! Bacardi wurde früher auch auf Kuba produziert. Allerdings floh die Familie während der Kubanischen-Revolution in die USA. Seitdem wird in den alten Fabriken von Bacardi, Havana Club hergestellt. Das alte Haus der Bacardi-Familie kann man in Havanna immer noch bestaunen. Irre. Es war genau wie auf den Fototapeten, die früher überall hingen. Die Insel selbst ist überschaubar. In 20 Minuten ist man einmal rum. Aber bei diesem traumhaften Strand braucht man ja auch nicht mehr. Also sprang ich schnell ins Wasser, schwamm eine Runde und genoss den Rest des Tages unter Palmen an einem der schönsten Stände, an denen ich jemals war. Wahrscheinlich war es sogar DER schönste Strand, an dem ich jemals war. 

Auf dem Rückweg mit dem Boot genoss ich noch die beeindruckende Sicht auf die Brücke von Samana. 

Santo Domingo

Stadtmauer von Santo Domingo

Schon beim ersten Mal durch die Stadt schlendern, fielen mir die riesigen Regenrinnen auf der Straße auf. Es hat eher was von über die Straße hüpfen, als von gehen.

Und ich musste mich auch erst mal in das Land herein finden. Ich brauche immer etwas Zeit, wenn ich einem neuen Land ankomme. Was mir hier in der Dominikanischen Republik sofort auffiel, war die extreme Polizeipräsenz. An jeder Ecke stehen Polizisten mit Schlagstöcken. Regelmäßig fahren schwer bewaffnete Polizisten auf Motorrädern herum (Fotos gibt es nicht, hab ich mich nicht getraut habe welche zu machen). Am ersten Tag bin ich auch direkt an einem zertrümmertem Polizeiwagen vorbeigelaufen. Seltsam. Auch sind alle Fenster vergittert. Vielleicht muss ich dazu sagen, dass ich mich in der Dominikanischen Republik sicherer gefühlt habe, als auf Kuba. Aber trotzdem beunruhigt mich so viel Polizei immer.

Aber erst mal von Anfang:  Natürlich hab ich mir die ganzen Klassiker angeschaut, die älteste Kirche der USA, die Columbus Statue, die alte Stadtmauer, Zigarren-Shops, das Grab von Columbus…

Was mich aber echt überrascht hat, war am Sonntag. Auf dem Marktplatz gab es Musikunterricht. Alle Instrumente. Alle Altersgruppen. Alles quer durch einander. Ein lustiges Treiben. Bloß sehr schräg an zu hören. Bis es dann schlagartig anfing, wie aus Eimern zu schütten. Regen in der Karibik?! Das hätte ich nicht erwartet. Innerhalb von Minuten war alles überschwemmt. So plötzlich wie der Regen kam, hörte er auch wieder auf. Und da kamen die Rillen vom Anfang zum Einsatz. Nur Minuten später war alles schon wieder so, als hätte es niemals schlechtes Wetter gegeben. Die Instrumente wurden wieder ausgepackt und alle machten weiter. Schräg.

Gesangs-Unterricht
ein wirklich buntes Treiben

Das Spektakel wurde nur noch getoppt von zwei Papageien, die vorbei flogen. Sich auf einen Baum setzten. Laut meckerten und anschließend weiterflogen. Jap, sie sehen auch in der Natur aus, wie bei Hagenbeks-Tierpark. 

Papageien in freier Wildbahn

Und dann ging ich meiner Lieblingsbeschäftigung nach: Ich schlenderte stundenlang durch alle Supermärkte in der Gegend. Natürlich schau ich immer, ob es was aus Deutschland gibt. Aber vor allem liebe ich es, durch die Gemüseabteilung zu schlendern. Es gab hier Avocados in allen Größen und Farben. Irre. Bananen, einfach köstlich. Pyramiden aus Ananas, Mengen an Jamswurzel (in meinen Augen einfach die bessere Kartoffel), Wassermelonen, Spargel, weißen und grünen, ganzjährig. Irre. Ein echter Veganer-Traum. 

Auf dem Weg zur Busstation nahm ich ein Uber. Und da wurde ich mal wieder von der Freundlichkeit der Menschen hier überrascht. Ich unterhielt mich mit meinem Fahrer. Per Googelübersetzter. Einer tippte, Google erzählte. Wir kamen darüber zu sprechen, dass ich alleine unterwegs war. Das beeindruckte ihn so sehr, dass er mir direkt seine Santo Domingo Cap schenkte, die als Deko am Rückspiegel hing.