In Oamaru hatten wir so ein schönes Airbnb, dass wir dort eigentlich länger bleiben wollten. Es war jedoch nicht mehr frei. Also beschlossen wir, doch noch in die Berge zu fahren. Zum Glück!
Da ist er: Aoraki, Mont Cook, der heilige Berg der Maori.Einer der Mirror-LakesShepards Church am Lake TekapoLake TekapoDie Holzbrücken sind für schwere Fahrzeuge gesperrt. Sie müssen durch die Fuhrt. Dieser LKW hat sich dort festgefahren.
Das Gebiet um den Lake Tekapo ist nicht nur tagsüber atemberaubend schön, sondern auch ein „World Heritage Dark Sky“. Hier gibt es praktisch keine Luft- und keine Lichtverschmutzung. Es ist absolut dunkel. Hier kann man, wenn man Glück hat, Aurora Australis sehen. Das südliche Pendant zu den Nordlichtern. Also haben wir uns aufgemacht in die Dunkelheit. Sind des Nachts zum Berg mit dem Observatorium gefahren, haben festgestellt, dass die Straße hoch zum Observatorium gesperrt ist, und uns dann auf einem einsamen Weg neben das Auto auf die Erde gelegt, um in den Himmel zu schauen:
Vielleicht ein kleiner Pfitzel Südlicht am Horizont?
Ob es tatsächlich ein bisschen Aurora Australis ist, werden wir nie erfahren. Aber das Bild ist doch eigentlich ein ganz schönes Schlussfoto für diese wunderbare Reise am anderen Ende der Welt 🙂
Vor dem kleinen Küstenörtchen Kaikoura fallen die Berge praktisch senkrecht im Meer ab. Schon ein paar hundert Meter vom Strand entfernt ist der Pazifik mehr als 2.000 m tief: Wal-Gebiet. Früher haben die Europäer hier Wale gejagt. Heute werden sie geliebt. Vor allem männliche Pottwale leben das ganze Jahr hier. Das Whale-Watching wird von Maori betrieben. Wale sind ihnen heilig. Die Guides auf dem Boot erkennen jeden Wal an seiner individuellen Schwanzflosse und haben jedem einen Namen gegeben.
50m vor unserem Boot taucht ein ausgewachsener Pottwal ab.Seebären in leben in großen Kolonien am Südrand von Kaikoura
Oamaru: kleine, blaue Pinguine
Entlang der südlichen Pazifikküste gibt es immer wieder Kolonien von kleinen, blauen Pinguinen. Die größte ist in Oamaru. Ella war schon einmal hier und so begeistert, dass wir hinfahren müssen. Wir buchen ein Premiumticket und haben sensationelle Plätze. Die Wellen schlagen in der Dämmerung mit Wucht auf die Felsen. Wir sitzen, warten und frieren. Plötzlich wimmeln kleine Körper in der Gischt. In Gruppen strampeln sich tatsächlich kleine, blaue Pinguine in den aufrechten Gang, klettern über Felsen und watscheln, oben angekommen, übers Gras zu ihren Schlafplätzen. Keine fünf Meter von uns entfernt! 271 Pinguine kommen an diesem Abend an Land. Die Szenerie ist mit orangem Licht beleuchtet. Die Pinguine können es nicht wahrnehmen. Für sie ist es Nacht. Wir dürfen nicht sprechen und auch das Fotografieren ist streng verboten.
Erst hier, wie ich in Christchurch auf dem Flughafen sitze und diesen Beitrag schreibe, kann ich ein Foto dieser berührenden kleinen Lebewesen machen:
Natürlich mussten wir auch einen Kiwi sehen, wenn wir in Neuseeland sind. Leider gibt es nur noch wenige Exemplare, daher ist er sehr selten sie in freier Wildbahn zu treffen. Häufiger haben Leute versucht, uns zu erzählen, dass das daher kommt, weil die Maoris früher so viele von ihnen gegessen haben. Aber mal ehrlich, ich vermute mal stark, dass es nur noch so wenig Kiwis gibt, weil ihr Lebensraum zerstört wurde von den Europäern, da sie die Bäume wegen dem Holz und danach wegen der Wiese für die Schafe abgeholzt haben. Man darf bei dem Anblick der grünen Rasenhügel nie vergessen, dass das alles mal dichter Urwald war, wo es reichlich Verstecke und Nahrung für Kiwis gab.
Und noch einer der bekanntesten Fehler von Touristen ist hier: Einen Kiwi und einen Weka zu verwechseln. Also nur damit ihr vorgewarnt seid: Wenn jemanls ein Touriguide euch erzählen will: Das ist ein Kiwi und es ist etwas ganz Besonderes, dass ihr den am Tag seht! Er lügt. Kiwis sind wirklich nur nachts aktiv.
Wir haben also einen Stop am an einem Vogelcenter gemacht. Um einen echten Kiwi zu sehen. Das Pukaha-Vogelcenter päppelt verwundete Vögel auf und sie brüten verschiedene Eier von Vögeln aus, damit diese dann wieder ausgewildert werden können. Wirklich beeindruckend. Deren Gebiet, ein Vulkanischer Hügel zwischen Palmerston North und Wellington, ist ein Vogelparadies. Sie sorgen nicht nur dafür, dass alle Vogeleier durch kommen, sie züchten auch die Einheimischen Insekten, welche für die einheimischen Vögel als Nahrungsquelle überlebenswichtig sind.
Sie haben über die Jahre schon 600 Kakas ausgewidlert, von denen 200 regelmäßig um 15:00 zur Fütterung vorbei kommen.
Wir haben immer wieder auf unserer Reise Kakas getroffen, die in Pukaha aufgezogen und dann ausgewildert wurden. Erkennen kann man sie an ihrem Bändchen am Fuß.
Aale
Und sie füttern auch die neuseeländischen Aale! Tolle Tiere. Sie werden bis zu 2 Meter groß und 100 Jahre alt! Leider werden sie gefischt und zwar so viel, dass sie vom Aussterben bedroht sind und sich ihr Bestand trotz vieler Tierschutzversuche weiter verringert. Dabei sind die Tiere so faszinierend, sie schwimmen zum Laichen bis nach Vanuatu und dann sterben sie. Ich kann gar nicht nachvollziehen, wie man so beeindruckende Tiere töten kann.
Und warum der Kiwi der Vogel der Nation ist, kann man wieder mal in einer Maori-Legende nachvollziehen:
Wie der Kiwi seine Flügel verlor und zum beliebsteten Vogel Neuseeland wurde
Eines Tages ging Tanemahuta, der Gott des Waldes, durch den Wald. Er schaute hinauf zu den Bäumen, die seine Kinder sind, und bemerkte, dass sie krank wurden, weil sie von Käfern am Boden zerfressen wurden.
Er sprach mit seinem Bruder Tanehokahoka, damit er die Vögel des Himmels zusammenrief, die wiederum seine Kinder sind.
Tanemahuta erzählte ihnen:
„Etwas plagt meine Kinder, die Bäume. Ich brauche einen von euch, der aus den Baumkronen herunterkommt und fortan auf dem Boden lebt, sodass meine Kinder und auch eure Heimat gerettet werden kann. Er muss die Insekten auf dem Boden essen. Wer ist dazu bereit?“
Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.
Tanehokahoka wandte sich an den Tui (Flötenvogel):
Für mich der schönste Vogel Neuseelands. Man hört und sieht ihn überall, wo es ein bisschen Urwald gibt. Das Foto hab ich in Rotorua gemacht.
„Hey, Tui, willst du vom Blätterdach herunterkommen?“
Der Tui schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich.
„Nein, Tanehokahoka, es ist zu dunkel, ich fürchte mich vor der Dunkelheit.“
Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.
Tanekohakoha wandte sich an Pukeko (Sumpfhuhn):
Man sieht sie wirklich überall, leider meistens überfahren. Wenn ich ein Foto von einem lebendigen mache, reich ich es noch nach. https://nzbirdsonline.org.nz/species/pukeko
„Pukeko, willst du auf den Boden kommen?“
Der Pukeko schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich.
„Nein, Tanekohakoha, der Boden ist zu feucht, und ich möchte nicht, daß meine Füße nass werde.“
Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.
Tanehokahoka wandte sich an Pipiwharauroa (Kuckuck):
„Pipiwharauroa, willst du aus den Baumkronen herunterkommen?“
Pipiwharauroa schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich. Er schaute sich um und schaute seine Familie an.
„Nein, Tanehokahoka, ich bin damit zu beschäftigt, mein Nest zu bauen.“
Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich. Tanehokahoka war traurig. Er wusste, dass nicht nur die Baume sterben werden, sondern auch, dass die Vögel dann keinen Lebensraum mehr haben würden.
Tanehokahoka wandte sich an den Kiwi:
„Hey, Kiwi, willst du aus den Baumkronen herunterkommen?“
Kiwi schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich. Der Kiwi schaute seine Familie an. Nachdem er sich noch einmal umschaute, wandte er sich an Tanehokahoka und sagte:
„Ich mach`s.“
Die Freude bei Tanehokahoka und Tanemahuta war groß, denn dieser kleine Vogel gab ihnen Hoffnung. Doch Tanemahuta warnte auch den Kiwi vor dem, was geschehen würde.
„Hey Kiwi, bevor du dies tust, solltest du dir im Klaren sein, was geschieht. Du wirst dick und plump werden, du wirst starke Beine und Zehen bekommen mit denen du Holzscheite am Boden auseinanderreißen kannst, du wirst deine wunderschönen bunten Federn und deine Flügel verlieren und du wirst nie mehr in die Baumkronen zurückkehren können. Du wirst nie wieder fliegen können. Du wirst nie mehr das Tageslicht sehen.“
Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.
„Hey Kiwi, willst du vom Dach des Waldes herunterkommen?“
Der Kiwi warf einen letzten Blick auf die Sonnenstrahlen, die durch die Bäume flimmerten und sagte ihnen leise Lebewohl. Der Kiwi warf einen letzten Blick auf die anderen Vögel, auf ihre Flügel und ihre bunten Federn und sagte allem ein leises Lebewohl. Nachdem er sich noch einmal umgesehen hatte, wandte er sich an Tanehokahoka und sagte:
„Ich mach`s.“
Dann wandte Tanehokahoka sich an die anderen Vögel und sprach:
„Hey, Tui, weil du dich so sehr gefürchtet hast, herunterzukommen, trägst du von nun an zwei weiße Federn an deiner Kehle, die dich als Feigling ausweisen. Pukeko, weil du dir deine Füße nicht nass machen wolltest, wirst du für immer im Sumpf leben. Pipiwharauroa, weil du zu beschäftigt warst, dein Nest zu bauen, wirst du von nun an niemals wieder ein Nest bauen, du wirst deine Eier in anderer Vögel Nester legen. Aber du Kiwi, weil du ein großes Opfer gebracht hast, sollst der bekannteste und der am meisten geliebte Vogel von allen sein.
Und ja, das ist er auch echt geworden. Nicht umsonst bezeichnen sich die Neuseeländer auch als Kiwis!
P.S. Diese Legende habe ich aus vielen verschiedenen zusammengeschrieben, die ich im Internet gefunden habe. Und Erzählungen die ich auf der Reise geführt habe.
So ein Kiwi ist echt viel größer, als ich mir ihn vorgestellt habe.
Wenn wir an Neuseeland denken, denken wir an weite Felder und grüne Grashügel mit Schafen drauf. Aber was man vergisst, zumindest die Nordinsel war mal bedeckt von einem wunderschönen, dichten Regenwald, der voller Leben war. Die Briten haben damals alles abgeholzt für Holz und um später auf den Flächen Vieh zu halten.
Um heute noch einen Eindruck von dem damaligen Aussehen von Neuseeland zu machen, muss man sich ganz schön bemühen! Vor allem gab es tausende von wunderschönen, großen Kauri Bäumen. Die Briten nutzen diese für die Masten ihrer Segelschiffe. Aber auch die Maoris fällten immer wieder gezielt einen Kauri Baum, um Kanus aus ihnen zu bauen.
Bevor man in den Kauri Forest gehen darf, muss man seine Schuhe putzen, damit man ja nichts von woanders einschleppt. Das ist irgendwie eine traurige Erinnerung daran, wie kaputt die Natur hier schon ist. So kaputt, dass ein 2000 Jahre alter Baum von dem Sand unter meinen Schuhen bedroht sein kann.
Tane Mahuta
Der Tane Mahuta ist der größte Kauri Baum, auf Neuseeland. Er wird auf über 2000 Jahre alt geschätzt und er ist natürlich ist er auch Legendär:
Der Legende nach ist Tane der Sohn von Ranginui, der Gott des Himmels. Seine Mutter ist Papatuanuku, die Göttin der Erde.
Die Legende: Am Anfang herrschte Dunkelheit auf der Erde. Der Boden und der Himmel lagen nah aufeinander, zwischen ihnen hatten nur ihre Kinder Platz, welche aber nie das Tageslicht sehen konnten. Irgendwann wurden die Kinder mit ihrem Leben in der Dunkelheit unzufrieden und begannen sich über ihre Situation be beraten:
„Wie können wir unsere Situation ändern.Was wollen wir mit Mama (die Erde) und Papa (der Himmel) machen?“ Sagten sie.
„Sollen wir sie töten oder reicht es, wenn wir sie nur auseinanderreißen?“
Tu-matauenga, der wildeste unter den Kindern und Gott des Krieges, schlug vor, die Eltern zu töten.
Tane Maut, der Gott des Waldes, und aller Tiere im Wald, sprach danach: „Ich bin dagegen! Es ist besser, sie nur zu trennen. So kann der Himmel weiterhin über uns wachen, und die Erde unter uns sein. Der Himmel wird uns wahrscheinlich fremd werden, aber die Erde um so vertrauter, sie wird unsere Mutter bleiben und sich um uns kümmern und uns pflegen.
Langsam, ganz langsam richtete sich Tane Mahuta auf. Dabei stemmte er seinen Vater (der Himmel) von der Mutter (die Erde).
Tane Mahuta brachte damit Licht und Luft auf die Erde. Somit ermöglichte er Leben. Daher sind alle Lebenden Wesen auf der Erde seine Kinder und er wird als der Gründer des Lebens auf der Erde angesehen.
Hier im Vergleich, damit ihr seht wie groß er wirklich ist
Ja, in Neuseeland darf man die meisten Geschäfte mit Gummistiefeln nicht betreten. Also läuft man auf Socken rein und lässt seine Schuhe vor der Tür stehen.
Eigentlich wollten wir hier nur einmal bei der Durchfahrt übernachten. Aber was soll ich sagen, das Dörfchen hat uns irgendwie verzaubert und unser Airbnb war so unglaublich, dass wir glatt ein bisschen geblieben sind.
Also erst einmal zu unserem B&B. Das war echter Glücksgriff! Es war so liebevoll renoviert und es gab zur Begrüßung schon selbst gebackene Tarte. Getoppt wurde das ganze vom Frühstück mit hausgemachten Marmeladen und selbstgebackenem Brot.
Das Frühstück war fürstlich!
Aber nun zu Taihape, da es wahrscheinlich keinem von euch etwas sagt. Hier ist der Ort legendär, zumindest für alle Gummistiefelliebhaber! Gummistiefel sind in Neuseeland allgemein in wichtiges Thema, sie ersetzten eigentlich alle Schuhe, und wenn ein Gummistiefel einmal wirklich nicht angemessen ist (zum Beispiel in einem schicken Restaurant) lässt man sie vor dem Restaurant stehen und geht man einfach Strumpfsock umher.
Taihape nennt sich nicht umsonst die Gummistifel-Hautstadt der Welt. Immerhin wird hier jährlich die Weltmeisterschaft im Gummistiefelweitwurf ausgetragen. Ja, das ist hier eine richtig anerkannte Sportart.
Wir nahmen die Fähre von Wellington nach Picton, um auf die Südinsel zu kommen. Dankenswerter Weise wies uns unsere Host darauf hin, dass wir rechtzeitig buchen müssen. Wir öffnen die Seite und Schock: In den nächsten 14 Tagen kein Platz für Autos auf der Fähre! Außer einem: ablegen nachts um zwei. Ankunft morgens um 6:00! Dabei soll die Schiffsreise durch Marlborough Sounds eine der schönsten Fährverbindungen der Welt sein. Gut. Das haben wir selbst vermasselt. Also um 2:00 auf die Fähre. Halbliegend auf mäßig bequemen Sitzen zwei Mützen voll Schlaf und dann ein guter Kaffee. Geht doch.
Als wir in Picton anlegen, dämmert der Morgen hinter den Bergen von Marlborough herauf. Als wir den Hafen verlassen, fängt‘s an zu regnen.
Nelson: eine der ersten Siedlungen
Nur noch 9 Stunden bis zum Checkin in unserem Airbnb. Wir überbrücken die Zeit des strömenden Regens in diversen Cafés in Nelson.
Aber auf Pech folgt bekanntlich Glück und so fanden wir uns in einem der ersten Häuschen der Gegend wieder. Erbaut in dem Jahr, als die ersten Siedler sich hier niederließen: 1830. Auf den Hof werden wir von einer kleinen Schar Enten und Hühner begrüßt. Und drin ist es warm, trocken und urgemütlich.
Der Türsturz ist eine Eintrittskarte fürs Kopfkino: Er ist noch mit Äxten gearbeitet worden.
Abel Tasman: Neuseelands kleinster Nationalpark
Der kleinste Nationalpark ist mit Sicherheit einer der schönsten.
Wir wollen den Coasttrack wandern. In Wellington habe ich mir gute, wasserfeste Hikingschuhe gekauft. Mal sehen, wie weit wir kommen.
Irgendwann ist Schluss. Track closed. Immerhin sind ca. fünf Stunden zusammengekommen. Und dann wartet ja noch dieses gemütliche alte Häuschen und ein leckerer Salat mit Tofu auf uns…Split Apple. Ein Strand mit einem berühmten Stein kurz vor dem Abel Tasman
Wahrscheinlich der meistfotografierte Ort in Neuseeland. Der Punkt an dem das tasmaische Meer und der pazifische Ozean zusammentreffen. Aber es ist auch einfach ein schöner Fleck Erde. Was das Cape Reinga, den nördlichsten (erreichbaren) Punkt von Neuseeland, so schön macht: Er ist ein besonderer Ort für Maoris und Pākehā (europäische Einwanderer in Neuseeland).
Die tasmanische Seite. Bekannt ist sie für ihren 90 miles Beach.
Der wirklich nördlichste Punkt von Neuseeland ist der North cape. Eine kleinere Vulkaninsel in Sichtweite vom Cape Reinga. Allerdings ist sie ein Vogelschutzgebiet und damit nicht zugänglich. Aber irgendwie finde ich den Gedanken sehr schön, dass die nördlichste Insel von Neuseeland so ist, wie es einmal überall mal war. Unangetastete Natur, besiedelt nur von Vögeln.
Die rechte Insel, das ist er, der wirklich nördlichste Punkt Neuseelands!
Darum ist Cape Reinga ein bedeutender Ort für die Maoris:
Te Rerenga Wairua, der Name der Maoris für das Cape Reinga, heißt übersetzt so etwas wie „Absprungplatz der Seelen in die Unterwelt“. Nach der Māori Mythologie reisen alle Seelen der toten Maori der Küste entlang nach Norden. Getragen werden sie dabei von den Winden, die über die Inseln tosen. Daher windet es auch immer stark am Cape Reinga. Die Seelen fliegen bis zu dem alten Pohutukawa Baum auf der Landzunge von Te Rerenga Wairua.
Rechts, auf der kleineren Landzunge sieht man auf der Rechten Seite einen kleinen Baum. Das ist der sagenumwobene Pohutukawa Baum
Hier drehen die Seelen sich noch ein letztes Mal um, um einen Blick auf Aoteora (Neuseeland auf Maori) zu erhaschen. Sie steigen dann in die Unterwelt (reinga) ab. An den Wurzeln des Pohutukawa Baumes gleiten sie langsam ins Meer. Der Baum steht auf einer kleinen Landzunge unterhalb des Leuchtturms. Er wird auf älter als 800 Jahre geschätzt. Er bildet somit den Ort, an den die Seelen der Maoris Aotearoa verlassen und zurück nach Hawaiki reisen. Hawaiki ist laut der Maori Legenden die Insel, von der die Maoris ursprünglich stammen. Allerdings konnte niemals festgestellt werden, von welcher polynesischen Insel sie sprechen. Also ist es bis jetzt ein mystisches Land, in dem viele polynesische Stämme ihren Ursprung und die Wurzeln ihrer Kultur sehen.
Darum ist Cape Reinga ein bedeutender Ort für die Pākehā:
Für die Europäer (Pākehā), die damals per Boot nach Neuseeland kamen, hat vor allem der Leuchttum eine große Bedeutung. Bevor er 1914 in Betrieb genommen wurde, sind Nachts viele Schiffe auf ihrem Weg nach Neuseeland kurz vor dem Ziel an die Felsen geprallt. Viele Seeleute haben damals hier kurz vor dem Ziel ihr Leben gelassen. Fast ironisch, wenn man überlegt, dass sie da starben, wo die Seelen der Maoris ihre letzte Reise antreten.
Nein, Auckland ist nicht die Hauptstadt von Neuseeland. Auch wenn das viele denken! Aber trotzdem ist es die größte Stadt des Landes. Natürlich muss man nach Auckland, wenn man in Neuseeland ist.
Fun fact: In Auckland leben so viele Menschen wie auf der gesamten Südinsel. Und das merkt man. Es gibt ein richtiges städtisches Gewusel. Ach das hab ich ganz schön in den letzten Monaten vermisst. Irgendwie steckt in mir doch ein Stadtmensch!
Ich muss echt sagen, die Stadt hat mich verzaubert. Als ich vor 5 Jahren hier schon mal war, hat mich die Auckland eher wenig beeindruckt. Dafür dieses Mal umso mehr. Es gibt eine perfekte Mischung aus Stadtleben, ländliche Herzlichkeit und einen wunderschönen Hafen.
Der maritive Hafen von Auckland!
Was auffällig ist: Auch wenn Auckland eine große Stadt ist, die Menschen sind immer super freundlich. Jeder Verkäufer hält, gan Kiwi-Style, mit einem ein Schwätzchen. Ich muss echt aufpassen, dass ich in Deutschland nicht weiter jedem Verkäufer von meinem Tag erzähle. Die würden sich ganz schön wundern. Hier ist das aber völlig normal, gehört sogar zum guten Ton. Ich erzähle mindestens 5 mal am Tag warum ich in Neuseeland bin, wo ich her komme und wie lange ich noch bleibe.
Wenn man sich hier mal verläuft, kein Problem. Orientieren kann man sich immer am Fernsehturm! Er ist von überall zu erspähen!
Aussicht vom Mount Eden
Ponsonby
Was Auckland auch so unglaublich schön macht, sind die vielen wundervollen alten Häuser. Zum Beispiel in Ponsonby. Und vor allem gab es dort wunderschöne Vintage-Läden durch die ich natürlich durchschlendern musste.
Mount Eden
Ein weiterer Funfact: Auckland ist die Stadt mit den meisten Vulkanen weltweit. Über 50 stehen im Stadtzentrum. Der bekannteste ist wahrscheinlich der Mount Eden. Direkt neben dem Eden Park Rugby Stadium! Wir haben es uns natürlich nicht entgehen lassen, hinauf zu spazieren und oben zu picknicken! Es ist wahrscheinlich der schönste Picknickort in Auckland!
Und natürlich mit Sushi. Sushi ist einfach einwirklich ernst zu nehmendes Thema hier. Sogar das Sushi aus dem Supermarkt ist besser, als das ein oder andere Sushi, welches ich schon in Deutschland im Restaurant gegessen habe!
Waiheke Island
einfach wunderschön, da kann man nichts anderes dazu sagen
Wir haben uns es natürlich auch nicht entgehen lassen, auf eine der sogenannten Wein-Inseln vor Auckland zu fahren. Rings um Auckland gibt es nämlich reichlich Weinanbaugebiete und eins, das können die Neuseeländer: Weißwein.
Was ein toller Tag!
Die Fähre geht direkt vom Stadtzentrum alle 20 Minuten rüber nach Waiheke. Naja Boot ist hier ja auch ein ganz normales Fortbewegungsmittel, wie mit dem Bus irgendwo hinfahren. Was man an Auckland super schnell vergisst. Aber die Stadt ist umgeben von Meer. Naja, ich befinde mich aber auch auf einer Insel, da ist das gar nicht so schwer.
Und die Insel ist einfach traumhaft! Ein bisschen verschlafen aber liebenswert. Und ich habe meinen ersten Tui gesichtet (einer der bekanntesten Vögel von Neuseeland)! Aber das mit der Wildtierfotografie ist gerade bei Vögeln auch umso schwerer. Vielleicht fliegt mir ja noch einer während meiner Reise vor meine Kamera!
Jap, das im Hintergrund ist Auckland.
Aber auch wenn es warm aussieht, es waren höchstens 15 Grad. Die Kiwis hält sowas natürlich nicht vom schwimmen ab.
Auckland war einfach ein perfekter Start für unsere Neuseeland-Rund-Reise!
Ach ja, Wochenmärkte! Gemütlich mit einem Kaffee über einen Markt zu schlendern, ist einfach meine absolute Lieblingsbeschäftigung. Und ich muss sagen: Egal wo man auf der Welt ist, die Stimmung auf den Wochenmärkten ist immer einfach toll. Ein geschäftiges Treiben, was man in Ruhe beobachten kann, ist einfach klasse. Man darf natürlich auch nicht vergessen, dass es auf Märkten häufig die besten Snacks gibt.
Das sind meine Lieblingswochenmärkte in Christchurch:
Riccarton
Samstag 9-14:00 Riccarton Park
Er hat eher eine Foodtruck-Atmosphäre als ein klassischer Wochenmarkt. Wenn man eh keine Küche hat, perfekt.
Es gibt verschiedene Köstlichkeiten aus der ganzen Welt. Sogar deutsche Weihnachtskekse (ganzjährig).
Und natürlich gibt es auch einen Hundeleckerlie Stand. Die Neuseeländer sind komplett verrückt mit ihren Hunden.
Lyttelton Farmers Market
Samstag 10-13:00 London Street Lyttelton
Der Markt bietet wirklich alles was man braucht. Gute Einkaufsmöglichkeiten und super leckere Snack-Möglichkeiten.
Ich hab es natürlich nicht geschafft, einen Bogen um die frischen Pies zu machen. Unbedingt probieren! Köstlich.
Es gibt sogar wunderbares, frisch gebackenes Brot. Naja typisch deutsch, ich bin immer auf der Suche nach gutem Brot.
Über Hamilton hab ich eigentlich gar nichts zu berichten. Naja, die Stadt war eigentlich auch völlig egal. Ich hab die All Blacks gesehen! In einem Spiel gegen Argentinien. Und das in einem wirklich überschaubaren Stadion. Wir saßen DRITTE REIHE!!! So nah werd ich den All Blacks wahrscheinlich in meinem ganzen Leben nie wieder kommen. Das war so nah, als würde ich in Hamburg an der Saarlandstraße Rugby schauen. Aber das waren wirklich die All Blacks!
Aber wer von euch hat den bitte Jordie Barret schon mal so nah gesehen?
Es hat aber auch fast ein bisschen von der Magie genommen. Wenn man die so nah sieht, wird einem bewusst, dass die All Blacks auch nur relativ normale Menschen sind, die blaue Flecken bekommen.
Ich hab es natürlich auch nicht geschafft, um den Souvenirshop herum zu gehen. Aber wann kann man bitte mal All Blacks Sachen shoppen, ohne einen riesigen Versand zu bezahlen? Ja okay. Überall in Neuseeland. Aber wahrscheinlich brauche ich sowieso einen zweiten Koffer zurück.
Es hat wie aus Eimern geschüttet, aber ich hab mir meine Laune nicht verderben lassen!
Hier eine chronologische Zusammenfassung von dem Spiel:
Erst mal wurde sich auf dem Feld aufgewärmt. Und ich konnte es gar nicht begreifen, dass das DIE All Blacks sind.
Dann wurden die Nationalhymnen gesungen. Von der Neuseeländischen werden übrigens immer zwei Strophen gesungen, eine in Maori und eine in Englisch.
Und natürlich der HAKA. Warscheinlich das, für das die All Blacks am meisten bekannt sind.
Jeder Punkt wurde reichlich gefeiert! Insgesamt waren es 53 für die All Blacks und drei für Argentinien.
Und am Ende wurde sich noch bei den Fans für den Support bedankt!