Pūkaha

National Wildlife Centre

Natürlich mussten wir auch einen Kiwi sehen, wenn wir in Neuseeland sind. Leider gibt es nur noch wenige Exemplare, daher ist er sehr selten sie in freier Wildbahn zu treffen. Häufiger haben Leute versucht, uns zu erzählen, dass das daher kommt, weil die Maoris früher so viele von ihnen gegessen haben. Aber mal ehrlich, ich vermute mal stark, dass es nur noch so wenig Kiwis gibt, weil ihr Lebensraum zerstört wurde von den Europäern, da sie die Bäume wegen dem Holz und danach wegen der Wiese für die Schafe abgeholzt haben. Man darf bei dem Anblick der grünen Rasenhügel nie vergessen, dass das alles mal dichter Urwald war, wo es reichlich Verstecke und Nahrung für Kiwis gab.

Und noch einer der bekanntesten Fehler von Touristen ist hier: Einen Kiwi und einen Weka zu verwechseln. Also nur damit ihr vorgewarnt seid: Wenn jemanls ein Touriguide euch erzählen will: Das ist ein Kiwi und es ist etwas ganz Besonderes, dass ihr den am Tag seht! Er lügt. Kiwis sind wirklich nur nachts aktiv.

Dabei ist so ein Weka wirklich cool. Um euch selbst davon ein Bild zu machen : https://blog.forestandbird.org.nz/10-incredible-facts-about-weka-to-impress-your-mates-with/ 10 unglaubliche Fakten für über einen Weka. Und wenn ihr eh schon dabei seid: https://www.youtube.com/watch?v=hkqCn4TgZlQ&t=1s ! Ich bin dafür, DER WEKA MUSS DER VOGEL DES JAHRES 2022 WERDEN!!! Vor allem sind sie super zutraulich und immer sehr daran interessiert, was man gerade so macht! Einfach lustige Wesen!

Und hübsch ist er auch noch!

Die Vögel

Wir haben also einen Stop am an einem Vogelcenter gemacht. Um einen echten Kiwi zu sehen. Das Pukaha-Vogelcenter päppelt verwundete Vögel auf und sie brüten verschiedene Eier von Vögeln aus, damit diese dann wieder ausgewildert werden können. Wirklich beeindruckend. Deren Gebiet, ein Vulkanischer Hügel zwischen Palmerston North und Wellington, ist ein Vogelparadies. Sie sorgen nicht nur dafür, dass alle Vogeleier durch kommen, sie züchten auch die Einheimischen Insekten, welche für die einheimischen Vögel als Nahrungsquelle überlebenswichtig sind.

Sie haben über die Jahre schon 600 Kakas ausgewidlert, von denen 200 regelmäßig um 15:00 zur Fütterung vorbei kommen.

Wir haben immer wieder auf unserer Reise Kakas getroffen, die in Pukaha aufgezogen und dann ausgewildert wurden. Erkennen kann man sie an ihrem Bändchen am Fuß.

Aale

Und sie füttern auch die neuseeländischen Aale! Tolle Tiere. Sie werden bis zu 2 Meter groß und 100 Jahre alt! Leider werden sie gefischt und zwar so viel, dass sie vom Aussterben bedroht sind und sich ihr Bestand trotz vieler Tierschutzversuche weiter verringert. Dabei sind die Tiere so faszinierend, sie schwimmen zum Laichen bis nach Vanuatu und dann sterben sie. Ich kann gar nicht nachvollziehen, wie man so beeindruckende Tiere töten kann.

Und warum der Kiwi der Vogel der Nation ist, kann man wieder mal in einer Maori-Legende nachvollziehen:

Wie der Kiwi seine Flügel verlor und zum beliebsteten Vogel Neuseeland wurde

Eines Tages ging Tanemahuta, der Gott des Waldes, durch den Wald. Er schaute hinauf zu den Bäumen, die seine Kinder sind, und bemerkte, dass sie krank wurden, weil sie von Käfern am Boden zerfressen wurden.

Er sprach mit seinem Bruder Tanehokahoka, damit er die Vögel des Himmels zusammenrief, die wiederum seine Kinder sind.

Tanemahuta erzählte ihnen:

„Etwas plagt meine Kinder, die Bäume. Ich brauche einen von euch, der aus den Baumkronen herunterkommt und fortan auf dem Boden lebt, sodass meine Kinder und auch eure Heimat gerettet werden kann. Er muss die Insekten auf dem Boden essen. Wer ist dazu bereit?“

Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.

Tanehokahoka wandte sich an den Tui (Flötenvogel):

Für mich der schönste Vogel Neuseelands. Man hört und sieht ihn überall, wo es ein bisschen Urwald gibt. Das Foto hab ich in Rotorua gemacht.

„Hey, Tui, willst du vom Blätterdach herunterkommen?“

Der Tui schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich.

„Nein, Tanehokahoka, es ist zu dunkel, ich fürchte mich vor der Dunkelheit.“

Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.

Tanekohakoha wandte sich an Pukeko (Sumpfhuhn):

Man sieht sie wirklich überall, leider meistens überfahren. Wenn ich ein Foto von einem lebendigen mache, reich ich es noch nach. https://nzbirdsonline.org.nz/species/pukeko

„Pukeko, willst du auf den Boden kommen?“

Der Pukeko schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich.

„Nein, Tanekohakoha, der Boden ist zu feucht, und ich möchte nicht, daß meine Füße nass werde.“

Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.

Tanehokahoka wandte sich an Pipiwharauroa (Kuckuck):

https://www.nzbirdsonline.org.nz/species/shining-cuckoo den hab ich leider nicht entdecken können, daher ein Foto aus dem Internet

„Pipiwharauroa, willst du aus den Baumkronen herunterkommen?“

Pipiwharauroa schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich. Er schaute sich um und schaute seine Familie an.

„Nein, Tanehokahoka, ich bin damit zu beschäftigt, mein Nest zu bauen.“

Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich. Tanehokahoka war traurig. Er wusste, dass nicht nur die Baume sterben werden, sondern auch, dass die Vögel dann keinen Lebensraum mehr haben würden.

Tanehokahoka wandte sich an den Kiwi:

„Hey, Kiwi, willst du aus den Baumkronen herunterkommen?“

Kiwi schaute hinauf in das Sonnenlicht durch die Blätter der Bäume, dann sah er hinunter zum Waldboden und sah die kalte, dunkle Erde und schüttelte sich. Der Kiwi schaute seine Familie an. Nachdem er sich noch einmal umschaute, wandte er sich an Tanehokahoka und sagte:

„Ich mach`s.“

Die Freude bei Tanehokahoka und Tanemahuta war groß, denn dieser kleine Vogel gab ihnen Hoffnung. Doch Tanemahuta warnte auch den Kiwi vor dem, was geschehen würde.

„Hey Kiwi, bevor du dies tust, solltest du dir im Klaren sein, was geschieht. Du wirst dick und plump werden, du wirst starke Beine und Zehen bekommen mit denen du Holzscheite am Boden auseinanderreißen kannst, du wirst deine wunderschönen bunten Federn und deine Flügel verlieren und du wirst nie mehr in die Baumkronen zurückkehren können. Du wirst nie wieder fliegen können. Du wirst nie mehr das Tageslicht sehen.“

Alle waren still, kein Vogel gab einen Laut von sich.

„Hey Kiwi, willst du vom Dach des Waldes herunterkommen?“

Der Kiwi warf einen letzten Blick auf die Sonnenstrahlen, die durch die Bäume flimmerten und sagte ihnen leise Lebewohl. Der Kiwi warf einen letzten Blick auf die anderen Vögel, auf ihre Flügel und ihre bunten Federn und sagte allem ein leises Lebewohl. Nachdem er sich noch einmal umgesehen hatte, wandte er sich an Tanehokahoka und sagte:

„Ich mach`s.“

Dann wandte Tanehokahoka sich an die anderen Vögel und sprach:

„Hey, Tui, weil du dich so sehr gefürchtet hast, herunterzukommen, trägst du von nun an zwei weiße Federn an deiner Kehle, die dich als Feigling ausweisen.
Pukeko, weil du dir deine Füße nicht nass machen wolltest, wirst du für immer im Sumpf leben.
Pipiwharauroa, weil du zu beschäftigt warst, dein Nest zu bauen, wirst du von nun an niemals wieder ein Nest bauen, du wirst deine Eier in anderer Vögel Nester legen.
Aber du Kiwi, weil du ein großes Opfer gebracht hast, sollst der bekannteste und der am meisten geliebte Vogel von allen sein.

Und ja, das ist er auch echt geworden. Nicht umsonst bezeichnen sich die Neuseeländer auch als Kiwis!

P.S. Diese Legende habe ich aus vielen verschiedenen zusammengeschrieben, die ich im Internet gefunden habe. Und Erzählungen die ich auf der Reise geführt habe.

So ein Kiwi ist echt viel größer, als ich mir ihn vorgestellt habe.

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