Natur: Lichtblicke

Auf unserem Weg in den Süden sind wir vom Highway No.1 auf die Nummer zwei gewechselt. So kommen wir an einem Wildlifecenter vorbei, das sich um native Birds kümmert. Eine Woche später hätten wir hier Richie McCaw treffen können. Das ist DIE neuseeländische Rugbylegende überhaupt. Ella ist kurz davor, vor der Vogelstation zu campen. Lässt es dann aber doch.

Puhaka National Wildlife Reserve

Auch ohne Richie McCaw ist Puhaka einen Besuch wert. Ähnlich unserer Nabu-Stationen kann man hier erfahren, wie Neuseeland noch vor 150 Jahren ausgesehen hat. Es gibt Tuis, Keas, Kakas und noch einige Vögel mehr zu sehen, die wir nicht kennen. Und es gibt ein Kiwi-Haus.

Kakas. Mehr als 600 von ihnen konnte das Wildlive Reserve schon wieder auswildern. Manche kommen zur Fütterungszeit nachmittags um 15:00 Uhr wieder. Man kennt jeden einzelnen Vogel. Einige sind Monate lang weg und kommen dann irgendwann wieder, erzählt man uns. Sie können bis zu 60 Jahre alt werden.
Einmal einen echten Kiwi sehen!

Aale!

Was die Kiwis nicht fressen, bekommen nachmittags um 13:30 die Aale. Bis zu zwei Meter lang und 40 kg schwer werden sie hier in Neuseeland.

Was wir über den Aal erfahren haben:

Sie atmen über die Haut und können deshalb nächtelang auch über Land wandern. Das tun sie in der Zeit, in der sie im Süßwasser leben. Sie fressen sich dort fett, stoppen dann die Nahrungsaufnahme und schwimmen flussabwärts bis ins Meer. Dort schwimmen bis nach Tonga, das sind 4 – 5.000 km, um dort zu laichen. Nach dem Laichen sterben sie. Die geschlüpften Aale treiben mit der Meeresströmung wieder nach Neuseeland zurück, um in den Flüssen und Bächen im Süßwasser heranzuwachsen. Bis auch sie sich nach 25 – 40 Jahren wieder auf die Reise machen. Ist das nicht faszinierend? Neuseeländische Aale können über 100 Jahre alt werden.

Unsere heimischen Aale sind nicht so groß und werden, glaube ich, auch nicht so alt, sind aber genau so faszinierend. Auch sie kehren, wenn sie ausgewachsen sind, an den Ort ihres Schlüpfens zurück. Sie schwimmen gegen den Golfstrom bis in die Saragossasee, östlich von Florida. Das sind rund 5.000 km, ohne noch einmal Nahrung aufzunehmen.

Die Idee des Centers ist, die heimische Tierwelt zu bewahren und möglichst viele Vögel wieder in die Natur zu entlassen. Denn es gibt Bestrebungen, größere Fläche zu renaturieren und Lebensraum zu schaffen. Also: Nicht verpassen!

https://pukaha.org.nz/

Otari-Wiltons Bush, Wellington

Ein Siedler names Wilton verzichtete einst darauf, seine Ländereien komplett abzuholzen und bewahrte dadurch in einem kleinen Tal um einen Bachlauf herum ein Stück neuseeländischen Urwalds. Heute liegt dieser Bauchlauf am Rande Wellingtons. Später wurde Wiltons Land noch um ein Stück Maori-Land erweitert und nennt sich jetzt Otari-Wiltons Bush. Wir haben dort zahlreiche Tuis und Fantails gesehen und gehört und wundervolle alte Bäume getroffen.

Dieser Regenwald-Riese soll 800 Jahre alt sein. Er nennt sich Rimu.

Kaum betritt man den Otari-Wilsons Bush, mischt sich der Lärm der Stadt mit exotischem Vogelgezwitscher, Baumfarne, Lianen und üppiges Gründ katapultieren einen in ferne Welten. Und auch hier haben wir wieder das Gefühl, dass aus jeder unbeobachteten Ecke wieder Regenwald emporsprießt. Im Infocenter werden wir eines Besseren belehrt: Es war wohl ein ganzes Stück Arbeit, die Böden um Wiltons Land wieder so aufzubereiten, dass die Pflanzen aus dem Kernareal ausgeweitet werden konnten. Das Gebiet ist ökologisch sehr wertvoll. Hier entnimmt man Saaten für ähnliche Projekte in anderen Regionen Neuseelands.

Diese Urwald-Schönheit ist bestimmt auch sehr alt. Hatte aber kein Schild. So wissen wir nicht, wie sie heißt.

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