Pauschalreisen und Cluburlaub

Booking.com ist schuld. Die Fotos vom Le Meridien auf Iles des Pins waren so verlockend, dass wir schon von Hamburg aus hier gebucht haben. Das Paradies im Paradies sozusagen. Wohl wissend, dass wir uns eigentlich weder für Pauschalreisen noch für Cluburlaub eignen. Zu neugierig sind wir jedes Mal auf das Land und die Menschen, die darin leben. Aber jetzt wollten wir es probieren. Zumal es auf Iles des Pins nur zwei Möglichkeiten gibt: das eine oder das andere Hotel. Das eine war Le Meridien. Hier war der Strand noch ein bisschen schöner. Also haben wir das genommen.

Fantastisch: der Blick aufs Wasser und die Araukarien. Hier ist jetzt Ebbe und da hinten, wo der türkise Streifen ist, fangen die Korallen an…

Iles des Pins ist klein. Es wohnen nur etwa 3.000 Menschen hier. Hauptsächlich Kanaken. So nennen sich die Ureinwohner Neukaledoniens tatsächlich. Kanake bedeutet übersetzt einfach „Mensch“. Und nur im Deutschen hat das Wort eine negative Bedeutung.

Erster Schock: das Zimmer. Sehr schön groß, tolles Bad, alles prima. Aber schräg hinter der Küche. Luftlinie zum Auslass der Dunstabzugshaube 50m. Ungebremster Sound. Und das mir! Wenn es etwas gibt, das ich nicht ertragen kann, dann ist es Motorenlärm. Ich zur Rezeption „Ein ruhigeres Zimmer. Kostet 5.000 Neukaledonische Franc extra. In etwa 50 €. „Auf keinen Fall.“ Jetzt gings mir ums Prinzip. Das Zimmer war so laut, dass man kein Fenster öffnen kann. Mitten auf einer Insel, auf der am Tag zwei Flugzeuge landen und es vielleicht 30 Autos gibt und die einzige Einnahmequelle besagte zwei Hotels zu sein scheinen. Das kann doch nicht wahr sein! Nach einigem Hin und Her schließlich ein anderes Zimmer am Ende des Gebäudes. Immerhin das Spa zwischen der Küche und uns. Puh! Gerade nochmal gut gegangen.

Auch im Hotel: wunderschöner, tropischer Garten mit bunten Papageien und Schmetterlingen.

Zweiter Schock: Wie kommen wir hier weg? Von Deutschland aus habe ich gedacht, dass wir hier fünf Tage lang am Strand liegen werden und einmal das machen, was wir sonst nie tun, nämlich nichts. Weit gefehlt! Schon am ersten Nachmittag plagte uns die Neugier: Was essen die Leute hier? Wie sieht ein Supermarkt aus? Wie wohnen die Menschen? Gibt es einen Hafen? Wird gefischt? Und dann die Erkenntnis: Von hier kommen wir praktisch nirgendwo hin, kein Restaurant, kein Supermarkt ist erreichbar, nicht einmal eine Strandbar. Das Hotel liegt – zugegebenermaßen traumhaft – auf einer kleinen Insel, weitab vom bewohnten Teil von Iles des Pins. Gar kein gutes Gefühl: Hier sind wir praktisch eingesperrt.

Dritter Schock: Die Küche. Der Dunstabzugshaube nach wird gekocht und gebrutzelt, was das Zeug hält. Der Speisekarte nach gibt es – Lunch und Dinner identisch – zwei gute handvoll Gerichte, dazu eine Snackkarte, die den kleinen Gerichten der Lunch- und Dinner-Karte entsprechen. Außer Pommes nichts Vegetarisches. Und astronomisch teuer. Aber uns bleibt nichts anderes übrig. Vegetarisch gibt es dann doch noch einen Burger und das Club Sandwich, bei dem man halt den Schinken weglässt. Cesar Salad ist mit reichlich einfacher Mayonnaise. Dafür wurde auf das Rösten der Brotwürfel verzichtet. „Schad oms Material“ würde der Schwabe sagen…

Auch im Hotel: Frühstück mit Meerblick

Das Frühstücksbuffet ist, das muss ich fairer Weise sagen, wirklich ganz o.k. Also verlegen wir unsere Hauptmahlzeit auf den Morgen. Soll ja sowieso ganz gesund sein…

Nach Iles des Pins haben wir noch vier Tage in Nouema, der Hauptstadt Neukaledoniens. Und weil die Fotos auf Booking.com so unwiderstehlich waren, hatten wir überlegt, ob wir uns dort, jetzt, wo wir schon mal hier sind, das Hilton Double Tree gönnen. Man wird mit dem Boot aus Nouema abgeholt und auf einer paradiesisch schönen Halbinsel in dieses wundervolle Hotel gebracht…

Gestern haben wir ein einfaches Airbnb im ersten Stock eines Einfamilienhauses mitten in Nouema gebucht 🙂 Fünf Minuten zu Fuß zum Strand. Vorbei an Strandbars, Restaurants und Cafés und mitten im echten Leben!

Wir freuen uns riesig darauf :)!

Hinterlasse einen Kommentar