Roadtrip in den Süden

Der weg nach Ponce war mal wieder ein echtes Abenteuer. Zuerst nahmen wir die Fähre von Vieques zurück auf die Hauptinsel. Soweit so gut. Kurz danach begann das Chaos. Wir bekamen mal wieder kein UBER und auch kein Taxi wollte uns mitnehmen. Oder nur zu echt unrealistischen Preisen. Ein Taxi wollte mindestens 300 Dollar!!! Uber wäre 80 Dollar gewesen. Wir fragten uns weiter durch und stellten uns sogar mit einem Schild an den Straßenrand. Aber Puerto Rico ist nicht die Dominikanische Republik und es brachte nichts.

Alle fragten uns, was wir denn dort in Ponce denn wollten, es wäre ja eine so hässliche Ecke der Insel. Also das stimmt auf kein Fall! Kurz bevor wir Wurzeln schlugen, bot uns ein Mitarbeiter von der Fährestation an, uns zu fahren, weil wir ihm so leid taten. Er müsste eh in die Richtung. Als wir bei ihm eingestiegen sind, wollte er plötzlich 150 Doller und er wurde merkwürdig. Wir bekamen beide ein komisches Bauchgefühl und bestanden darauf, dass er uns bei dem nächstem Supermarkt absetzt. Da standen wir nun. Zwei Mädchen, zwei große Rucksäcke und ein Schild, dass wir nach Ponce wollen. Irgendwann sprach uns eine puertoricanische Mutter an. Ob wir den schon eine Möglichkeit gefunden hätten nach Ponce zu kommen und was sonst unser Plan B ist. Plan B hatten wir nicht. Eine Mitfahrgelegenheit auch nicht. Sie nahm uns also an die Hand und fing an sich durchzufragen und telefonierte alle Leute, die sie kannte ab. Irgendwann sprach uns dann noch eine andere Mutter an, die gerade mit ihrer Tochter einkaufen wollte. Sie versuchten uns auch eine Mitfahrmöglichkeit zu organisieren. Als auch das nichts wurde, meinten sie einfach: Steigt ein, wir machen jetzt einen Roadtrip! Und sie fuhren uns echt fast drei Stunden durchs Land. Sie zeigten uns alles Mögliche am Wegesrand und erzählen uns viel über das Leben auf Puerto Rico. Die Fahrt war echt beeindruckend. Wir starteten im grünen Ceiba, fuhren an einem großen Wasserfall vorbei. Dann wurden die Berge kleiner. Wir sahen viele Baumschulen. Und fuhren doch ein Wüste.




Mir wurde auch das erste mal bewusst, welche extremen Auswirkungen der Hurricane vor ein paar Jahren hier hatte. Alle in ihrem Dorf hatten 6 Wochen lang kein Strom und kein Wasser. Verrückt. Und sie leben echt nicht in einem armen Teil von Puerto Rico, eher im Gegenteil. Der Roadtrip war grandios: Die beiden freuten sich richtig, uns ihr Land zu zeigen. Und wir freuten uns über diese nette und wirklich hilfreiche Bekanntschaft. Als der Vater anrief, meinte sie nur, dass sie nicht erzählen kann, dass sie uns nach Ponce fährt, weil sie sonst alle für verrückt halten. Es war einfach eine lustige Fahrt. Sie bestanden auch darauf, dass wir noch nicht mal die Kosten für den Sprit übernehmen. Die Mutter sagte nur, dass sie hofft, dass wenn ihre Tochter herumreist, Leute auch so auf ihre Tochter aufpassen und dass es in ihren Augen selbstverständlich ist, dass man sowas tut. So selbstverständlich ist das nicht! Aber für uns ein wundervoller Zufall. Zum Glück gaben sie uns noch ihre Adresse und wir werden auf jeden Fall ein Paket aus Hamburg schicken. Und wer weiß, vielleicht kommt die Tochter ja eines Tages in den kalten Norden…

Ponce stellte sich als ein wirklich schönes kleines Städtchen heraus. Alles war total schön renoviert, da erst vor ein paar Jahren der Teil der Insel von einem schweren Erdbeben betroffen war und danach alles wieder aufgebaut wurde. Zusätzlich gab esabends vor der alten Feuerwehrwache, das Wahrzeichen von Ponce, ein Konzert.


Mexikanisch-kreolische Küche



Strandfunde










Ponce ist toll!





Und ein toller Ort für Fotos..




Hat irgendeiner gesagt, Ponce sei hässlich?????