Rollerfahrten, Mangrovenwälder und fantastische Sonnenuntergänge

Vieques ist eine der kleineren Inseln von Puerto Rico. Dadurch, dass es auf der Insel kein Krankenhaus gibt, war und ist die Angst vor Corona viel größer. So wurde die Insel erst vor ein paar Wochen überhaupt für Touristen geöffnet.
Man erreicht sie nur mit der Fähre oder mit dem Flugzeug. Natürlich nahmen wir die Fähre. Aber auch das war mal wieder ein Abenteuer: Online kann man nur 20 % der Karten kaufen. Und die waren natürlich schon längst weg, als wir uns mit der Planung unseres Trips beschäftigten. Also fuhren wir zur Fährstation. Online stand, dass noch 30 Karten zur Verfügung stünden. Naja, Angaben sind hier online immer eher geraten. Es waren natürlich keine mehr da. Uns wurde gesagt, dass wir jetzt 8 Stunden auf die nächste Fähre warten sollten. Doch wie durch ein Wunder sind dann eine Stunde später doch noch zwei Karten für die nächste Fähre frei geworden. Es scheint doch alles sehr willkürlich hier. Ob man Tickets bekommt oder nicht, ist vermutlich abhängig von der Laune der Mitarbeiter am Schalter. Und abhängig davon, wie sehr man den Mitarbeitern Leid tut. Und da haben wir zwei junge Mädchen mit sehr großen Rucksäcken natürlich einen ordentlichen Vorteil 🙂

Und es hat sich gelohnt! Vieques war unglaublich schön. Einfach so, wie man sich in einem Traum die Karibik vorstellt. Wir sprangen erst mal ins Wasser und genossen unseren ersten wunderschönen Sonnenuntergang.



Das Wasser hat Badewannen-Temperatur
Besonders bekannt ist der Black Sand Beach. Also nichts wie hin: „20 Minuten laufen“, wurde gesagt. Naja die Strecke ist wahrscheinlich noch nie jemand vor uns zu Fuß gelaufen. Wir liefen mindestens eine Stunde. Aber was tut man nicht alles für einen tollen Strand. Allerdings so wirklich umgehauen hat der Strand uns nicht. Er erinnerte eher an die Teile des Elbstrandes, an denen häufig Grillkohle ´vergessen´ wird. Bloß mit mehr Palmen.

Und was einem hier auch sofort auffällt: Es gibt hier nicht nur Hunde, Katzen und Hühner sondern auch streunende Pferde! Total ulkig! Uns hat später ein Einheimischer erzählt, dass die Pferde hier früher ständig ausgebüchst sind. Irgendwann hat man beschlossen, sie nicht mehr die ganze Zeit einzusperren. Und man muss ja auch bedenken, dass die Insel klein ist und man sein Pferd dadurch auf jeden Fall wieder findet. Heutzutage, sammelt man, wenn man ein Pferd braucht, eines auf der Straße ein. Es dürfen allerdings nur männliche Pferde eingesammelt werden, da Fohlen zu sehr an ihren Müttern hängen. Und die Pferde müssen nach spätestens vier Tagen wieder in die Freiheit entlassen werden. Denn zu viel arbeiten sollen sie nicht. Was ein cooles Konzept! Vor allem beeindruckt, dass es wirklich so funktioniert! Hier ist es also völlig normal, dass plötzlich ein Pferd am Strand neben einem steht, oder eins im Restaurant vorbeischaut.





Die halbe Insel besteht aus einem Nationalpark. Und den schauten wir uns direkt am nächsten Tag an. Wir buchten eine Kanu-Tour. Wir hatten Glück, denn wir waren die einzigen. Unser Guide, war ein riesiger Fan des Nationalparks. Er stammte von der Hauptinsel, hatte sich aber nach einem Urlaub auf Vieques dazu entscheiden, dort zu blieben. Wir setzten uns in durchsichtige Kanus und paddelten los. Mitten durch die Mangrovenwälder.
Highlight: paddeln durch Mangrovenwälder
Bei größeren Hurricanes wird es den Menschen gestattet, ihre Boote in diese Wälder zu bringen, um diese zu schützen. Leider behaupten viele, dass die Boote zerstört wurden und kassieren die Versicherungsgelder. Daher stehen überall im Naturschutzgebiet alte, verlassene Boote rum. Unser Guide erzählte uns, dass sie diese Boote nehmen, Löcher in den Boden bohren und sie dann vor der Küste versenken, um neue Riffe zu erschaffen. Wir paddelten zu einem wunderschönen Strand, welchen man nur mit einem Kanu erreichen kann. Es war einfach atemberaubend! So schön, dass ich glatt vergaß Fotos, zu machen. Wir schwammen ewig in dem Badewannenwasser und am liebsten wäre ich nie wieder weiter gefahren!








Wunderwerk Mangroven
Mangrovenbäume saugen Salzwasser auf, filtern dieses und stecken das ganze Salz in einzelne ausgewählte Blätter. Sind diese dann zu schwer, fallen sie einfach ab. Wie schlau von dem Baum! Zusätzlich geben die Bäume super viele Mineralien in das Wasser ab. So viele, dass das Wasser trüb ist. Ihr Wurzelwerk bietet einen wichtigen Schutz für junge Fische, so dass sie dort im nährstoffreichen Wasser in Sicherheit groß werden können.

Zum Abschluss unserer Tour pflanzten wir noch unseren eigenen Mangrovenbaum. Dies macht unser Guide mit allen Touristen, mit denen er in die Mangroven fährt. So versucht er, die vom Hurricane zerstörten Teile des Nationalparks wieder aufzubauen. Er zeigte uns auch verschiedene alte Mangrovenbäume.








Der Lebenszirkel eines Mangrovenbaums
Biker-Trip
Um die Insel richtig zu erkunden, mieteten wir uns einen Roller. Das war zumindest das, was wir dachten. Wir schauten uns also ein YouTube Video an, wie man einen Roller so fährt, denn keiner von uns hat je auf einem motorisierten Zweirad gesessen. So schwer schien das nicht und wir gingen selbstbewusst zu dem Rollerverleih hin, wedelten mit unserem deutschen Führerschein und behaupteten, dass wir ganz viele Rollererfahrung hätten. Isabel durfte nicht fahren, da man mindestens 21 Jahre als sein muss. Als der Verleiher dann mit einem Motorrad (mit bis zu 120kmh) um die Ecke kam, sagten wir ihr einfach nicht, dass wir sowas mit unserem Führerschein nicht fahren dürfen.

Ich rollte unauffällig das Motorrad hinter den Anhänger, so dass die Mitarbeiter meine Fahrversuche nicht sahen, setzte mich darauf, erinnerte mich daran, wie sie es im YouTube Video gemacht haben, und fuhr los. Zu meiner großen Überraschung funktionierte es. Eigentlich war es viel viel einfacher, als ich es mir vorgestellt habe. Und man muss dazu auch sagen, dass es auf der ganzen Insel nur eine Handvoll Ampeln gibt, eine Höchstgeschwindigkeit von 30 mph gilt und die meisten Leute mit Golf-Cars durch die Gegend zockeln. Man muss halt nur aufpassen, dass man kein Pferd umfährt oder einem ein Huhn in den Weg fliegt. Obwohl gerade dieses sich das ein oder andere Mal als ziemlich trickreich herausstellte und mit einigen Vollbremsungen verbunden war. Wir fuhren also den ganzen Tag kreuz und quer durch die Insel. Wir waren noch mal im Nationalpark, fuhren zum Leuchtturm und sahen das Schloss von Viques.









Kulinarik
Und wir aßen eine unglaublich gutes Mofongo!!! Mofongo ist hier eins der Nationalgerichte. Es ist ein Brei aus Kartoffel, Jams-Wurzel und Kochbanane. Mega-lecker. Wie ein super leckerer Kartoffelbrei. Es gibt auch Trifongo, dann ist Käse mit eingearbeitet. Falls jemand im Casa Nativo in Vieques vorbei kommt, unbedingt probieren!!! https://www.tripadvisor.com/Restaurant_Review-g147326-d20292651-Reviews-Casa_Nativo-Isla_de_Vieques_Puerto_Rico.html

Zum Dessert empfehle ich Cocosnuss-Flan. Eine typische Nachspeise. Auch super lecker. Der Koch gab uns das Rezept, nachdem wir ihm eine Tripadviser Bewertung dagelassen haben. Allerdings haben wir versprochen, das Rezept nicht zu veröffentlichen. Aber wir werden sicher ab und zu unsere Familie damit beglücken. Es war einfach super Lecker! https://www.tripadvisor.com/Restaurant_Review-g147326-d1135226-Reviews-Bananas-Isla_de_Vieques_Puerto_Rico.html

Coconut-Flan: ähnlich wie Crème brulée nur fruchtig nach Kokosnuss.
Und dann das mexikanische Essen!

Und die Pommes aus Kochbanane. Dazu einen Dipp aus Mayo, Tomaten und Essig. Lecker!

Hier das andere Nationalgericht: Reis mit Bohnen und Salat mit Fisch:


Und dann mussten wir auch (leider) schon wieder weiter.


Und weil alles so schön war, habe glatt noch ein kleines Video zusammen geschnitten habe.