Ein Wasserfall im Regenwald und der beste Kakao meines Lebens

Was ich gar nicht über die Dominikanische Republik wusste war, dass man hier Buckelwale sehen kann. Einfach mega. Das musste ich natürlich machen. So buchte ich mir, auf einer rein Spanischen Website eine Buskarte und für nach Samana. Und buchte mir ein Bett im Hostel im nächsten Dorf. In el Valle. Was das für ein Hostel war, hatte ich mir aber nicht durchgelesen. Und was für ein Dorf das war auch nicht. Das Hostel war unglaublich schön. Die ganze Lodge war offen und es war wie schlafen mitten im Urwald.



Die Hauskatze beschloss auch gleich Nachts mit mir das Bett zu teilen. Fast wie zu Hause. Allerdings „Arbeiten“ in diesen Lodge häufig Vollentiers. Dies sind freiwillige, die 4 Stunden am Tag dort arbeiten und dafür dort umsonst wohnen dürfen. Sagen wir mal so, dies ist hier sehr beliebt gewesen. Ich war der einzige Gast, es gab 10 Volunteris. Dies waren Leute die schon sehr viel gereist sind. Sie belächelten mich eher für meine Reise. Dabei vergaßen sie erst meine Tour zum Wale watching zu buchen und schickten mich einfach in den Regenwald auf der Suche nach einem Wasserfall. Ich bräuchte mir keine Gedanken machen, man findet den Wasserfall schon ganz Problemlos. Aber eins nach dem anderen.







Die Suche nach dem Regenwald. Das war ein Abenteuer. Mir wurde gesagt, immer gerade aus, nach dem 2. Kiosk recht und dann nach dem 2. Fluss links. Und dann bist du da. Hört sich einfach an, gestaltete sich viel viel komplizierter. Ich lief also erst mal Motiviert los. Die erste Abbiegung fand ich. Bei dem 2. Fluss wusste ich aber nicht mehr weiter. Zusätzlich stand da ein Mann im Fluss und wusch sich. Auch Abenteuerlich.
Wasserfall: Der Weg ist das Abendeuer!

Ich fragte mich also in meinem besten Spanisch durch (Ich rief laut Wasserfall auf Spanisch). Zum Glück kamen plötzlich 2 Hamburger um die Ecke, sie suchten auch den Wasserfall. Also machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Mal ging es durch knietiefes Wasser, manchmal musste man durch tiefen Schlamm und am Ende mussten wir sogar klettern. Wir verliefen uns dabei total im Tiefen des Regenwalds. Zum Glück lief Irgendwann ein Einheimischer, mit einer riesigen Machete, uns hinterher und sammelte uns wieder ein. Und zum Glück hatte er eine Machete, es wollte echt sehr lange niemand mehr zum Wasserfall und der Weg war teilweise komplett zugewuchert. Ohne den hätten wir es nie nie niemals zum Wasserfall geschafft. Und wir hätten bestimmt auch niemals zurück gefunden. Er war unsere Rettung und zum Glück war ich nicht alleine. Denn ich habe fast eine der wichtigsten Regeln von Mama verletzt, niemals alleine in den Wald zu gehen, wenn man sich dort nicht auskennt. Ja, ich glaub jetzt auch, diese Regel ist sinnvoll. Aber es hat sich gelohnt, der Wasserfall war einfach der Wahnsinn. Wir sind direkt alle ins Wassergehüpft und haben uns abgekühlt. Auf dem Rückweg ist uns der Mitarbeiter aus meinem Hostel entgegengekommen. Er wollte auch mal versuchen, den Wasserfall zu finden. Ich war ziemlich erschrocken. Er war auch noch nie da gewesen und hatte mich einfach alleine los geschickt! Total verantwortungslos! Hätte ich mich dort richtig verirrt, hätte keiner nach mir gesucht.



Auf dem Rückweg wollten wir noch den legendären Kakao von Francesco testen, der uns von jedem hier empfohlen wurde. Also fragten wir uns wieder durch. Am ersten Haus meinte eine, sicher nicht ganz klar im Kopf, Dame, dass wir uns erst mal ihre Kunst ansehen müssten. Dann zeigt sie uns den Weg. Wir ließen uns darauf ein. Keine gute Idee. In ihrem Haus, ein leerer Raum, mit einem Tipi in der Mitte und 10 freie Plumklos darin, sagt sie gar nichts mehr. Bis sie plötzlich laut rief: „Entfaltet euch! Fühlt euch wie zu Hause!“ Gruselig. Vielleicht eine Einladung die Klos zu nutzen. Wir flohen einfach ganz schnell wieder. Zum Glück zeigten uns dann andere Bewohner im Dorf wo Franseco wohnte. Später wurde mir erzählt, das in el Valle ein deutscher chamane wohnt. Er „praktiziert“ dort mir verschiedenen Pilzen und Abführmitteln. Das erklärte so einiges. Zum Glück sind wir so schnell weiter gegangen.
Freanceso war der Hammer.

Ein sehr beeindruckender Mann. Er war schon 72 und erklärte uns sehr detailliert wie er die Rohmasse für den Kakao herstellt. Erst wir die Kakaofrucht geerntet. Diese findet er im angrenzenden Regenwald, da die wild wachsen.

Die Samen werden dann aus der Frucht geholt, getrocknet, geschält und dann zu einer Masse verrieben.

Diese Masse wird dann in einen Block gepresst.

Er lud uns auch gleich auf einen Kakao ein.
Sein Geheimrezept ist: ein Block Kakaorohmasse, zwei Suppenkellen Rohrzucker, Zimt (findet er auch im Regenwald), ein bisschen Salz und Wasser. Es war einfach köstlich. Der beste Kakao den ich jemals getrunken habe. Vor allem der Kakao, der am intensivsten nach Kakaobohne schmeckte. Dazu gab es noch selbstgebackenen Kuchen (Mehl, Wasser, Limettensaft, Zucker, Salz und Kokosnuss). Erinnerte ein bisschen an einen Hefezopf. Gegessen haben wir im Wohnzimmer der Familie. Und er zeigte uns auch noch Stolz, dass er seinen eigenen Kaffee röstet. Es roch einfach Toll in der ganzen Gegend. Den Kaffe mussten wir natürlich auch noch probieren. Der dominikanische Kaffe ist einfach ein Espresso, aber so groß wie ein Filterkaffe. Also super Stark. Genau mein Ding.
Und abends: Pina Colada aus einer Ananas am Strand! Was wünscht man sich mehr von der Karibik.

Backpacking inside
Nur aus el Valle wieder weg zu kommen ist sehr kompliziert. Der Taxi-Fahrer, den ich organisiert hatte, kam einfach nicht. Im Hostel wollten mir auch keiner ein Taxi organisieren. WLAN gab es nicht. Mir wurde gesagt, dass ich doch einfach trampen solle. Als ich meine Sicherheitsbedenken äußerte, wurde ich nur ausgelacht und die Mitarbeiter/Volunteers meinten, dass ich mich nicht so sehr anstellen soll. Da sind wir wieder bei dem Punkt, dass es unter Backpackern häufig sehr unschön ist. Jeder denkt, dass er selbst das größte Abenteuer erlebt hat und belächelt alle anderen nur. Vor allem werden Reisende wie ich, die noch nicht so viel mit dem Rucksack gereist sind einfach nicht ernst genommen. Super unangenehm.
Also ging ich los zu der Straße. Ich hatte ja auch keine andere Möglichkeit. Der erste Mensch der mir begegnete, war ein sichtlich verwirrter Mann, der mitten auf der Straße stand und sich einzeln seine Zähne gezogen hat. Gruselig. In meinen Augen, war das ganze Dorf einfach verrückt und nahm eindeutig viel zu viele Drogen. Ich ignorierte den Mann einfach und lief ganz ganz schnell weiter. Mir viel zum Glück noch ein, dass ich bei der Hinfahrt eine Schule gesehen hatte. Ich dachte, die vertrausenswürdigsten Menschen sind Leute die junge Kinder haben. Also bin ich mit all meinem Gepäck los zu der Schule gelaufen. Kurz vor der Schule wurde ich auch schon von einem Vater mit seinem Sohn hinten auf dem Motorrad drauf angesprochen, wo ich denn hin wollte. Als ich Samana meinte, brachte er seinen Sohn noch schnell zur Schule und sammelte mich darauf wieder ein. Trotzdem komisch. Trampen ist eine Sache die ich noch nicht mal in Deutschland mache, da es mir zu Risikoreich ist (das ich getrampt bin darf Papa auf gar keine Fall erfahren!!!) . Aber der Mann sah wirklich nett aus, hatte eine Micky Maus Tshrit an und ich hatte eh keine andere Wahl. Also stieg ich mit meinem riesigen Rucksack auf das Motorrad. Und eins muss ich sagen, ich war einfach froh als ich in Samana ankamen.