Trinidad

Trinidad war unser nächstes Stop auf unserer kleinen Rundreise durch die Insel. Am Hostel wurden wir, mit eine Stund Verspätung von einem alten Auto abgeholt. Aber später meinte mal eine Kubanerin zu mir, das die Zeit für Kubaner etwas Elastisches sei. Ich finde diese Bezeichnung trifft es sehr gut. Jede zeitliche Verabredung ist hier plus / minus eine Stunde. Alles halt ein Abenteuer. Wir wurden auch direkt von einem Zigarre rauchendem Polizisten kontrolliert und mussten eine Vollbremsung machen, weil plötzlich ein Ochse auf die Straße gerannt kam. Kurz vor Trinidad war die Straße dann gesperrt, so dass unsere Fahrt direkt von 3 auf 5 Stunden verlängert wurde. Aber Zeit ist ja elastisch. Ich muss alles nur entspannter sehen. Und die Aussicht war atemberaubend!

Trinidad ist ein kleines Dorf im Süden des Landes. Ehemals bekannt durch die Zuckerrohrplantagen von denen es umgeben ist. Heutzutage ist es eher nur noch ein touristischer Ort. Dadurch, dass aber wegen Corona fast keine Touristen auf der Insel sind, war alles leer. Wir waren häufig im Restaurant die einzigsten Gäste.

Aber erst mal zum Anfang: In Trinidad haben wir bei einer Familie in einem kleinen Zimmer geschlafen. Sie waren super herzlich und haben uns morgens mit viel Liebe ein Frühstück zu bereitet. Wir haben uns dann erst mal aufgemacht, um das Dorf zu erkunden. Nach einer Stunde waren wir auch schon damit durch. Trinidad ist sehr überschaubar. Aber super schön und absolut sehenswert.

Jede Ecke ist ein Foto wert

 Den Abend haben wir dann mit einem la Canchanchara ausklingen lassen. Einem typischen Cocktail für die Region, bestehend aus Honig, Rum und Zitrone. Sehr lecker, aber wie alle Cocktails auf Kuba, sehr stark. 

Doch das Dorf ist nicht das einzige, was hier sehenswert ist: wir wollten in den angrenzenden Regenwald! Wir fragten also unseren Host. Er rief dann einen befreundeten Farmer an, welcher spontan zusagte mit uns los zu fahren. Er wollte uns mit einer Kutsche abholen. Eine Kutsche. Wir hatten uns viel vorgestellt. Als er dann aber mit dem Pferd um die Ecke kam, war es ein Holzanhänger, mit dem er normalerweise aufs Feld fährt. Authentisch, aber auch abenteuerlich. Bei jeder Bewegung des Pferdes wackelte der Anhänger und Alisa quickte laut auf. Spätestens nach Zwei Minuten wusste ganz Trinidad, dass wir unterwegs waren. Und uns Stadtmenschen tat danach tagelang der Po weh. Aber das war es total Wert! So sind wir dann aus dem Dorf heraus gefahren. Mal wieder mit einer unglaublichen Aussicht! Einfach irre. 

die Kutsche
Der Weg zum Wasserfall

Auf dem Weg zum Wasserfall haben wir bei verschiedenen anderen Farmern angehalten. Unser erster Stopp war auf einer Zuckerplantage. Dort wurde uns alles gezeigt und wir durften unseren eigenen Zuckerrohrsaft pressen und natürlich danach auch probieren.Schmeckt sehr lecker, nicht ganz so süß, wie man sich ihn vorstellt. Sie erklärten uns auch, dass die Feldarbeit früher von Sklaven getätigt wurde. Daher gibt es auch heute noch eine sehr große afrikanische Gemeinden auf Kuba. Dort wurde mir plötzlich auch bewusst, warum mir das so bekannt vor kam. Als ich 2019 im Senegal war, waren wir an dem Ort von dem aus die Sklaven los gefahren sind. So schließt sich plötzlich ein Kreis. Und irgendwie kam mir die Welt gleich ein ganzes Stück kleiner vor.

Zuckerrohr-Saft trinken vor einer Zuckerrohrplantagen

Anschließend ging es weiter zu einer kleinen Kaffeerösterei. 

hier wird einfach ein Topf mit Kaffeebohnen in die Glut gestellt

Frisch gestärkt ging es dann los in den Regenwald. Von dem Pferdeparkplatz aus (Ja ein richtiger ausgeschilderter Parkplatz für Pferde) sind wir noch weiter in den Wald gewandert bis zu dem, von allen angepriesenen, Wasserfall. Naja als Wasserfall konnte man das wirklich nicht bezeichnen. Eher ein kleiner Bach, welcher in einem See endet. Aber es ist auch im Moment Trockenzeit. Zur Erfrischung konnten wir dann schwimmen gehen. Das war großartig! Immerhin hatten wir dauerhaft um die 35 Grad. Ich war fast nicht mehr aus dem Wasser heraus zu bekommen. Es war einfach toll.

Und Trinidad hat auch noch einen Strand! Den mussten wir natürlich auch erkunden. Unser Plan war, einfach mal einen Tag entspannen. Nichts tun. Aber es gibt ja keinen Tag ohne ein Abenteuer. Zuerst wurde mir mein Schatten, in dem ich lag und gedöst hatte, von einem Deutschen geklaut, welcher fest davon überzeugt war das er den Schatten gemietet hatte. Ich dachte dafür muss man sein Handtuch irgendwo hinlegen, aber ich bin auf dem Gebiet nicht so erfahren. Sorry… Danach hackte sich der Verkäufer von Chocomolos (frische Kokosnuss mit Rum) beim zerteilen einer Kokosnuss die Fingerkuppe ab. Er nahm es sehr locker und klebte einfach mit Panzertape ein Geschirrtuch rum. Naja die Leute nehmen hier einfach echt alles lockerer. Am Ende des Tages wurden wir noch von einem Schwarm von Strandfliegen überfallen! Diese Stiche begleiteten uns danach eine Woche. Trotzdem hat sich der Tag gelohnt, der Strand war einfach schön! So wie man sich einen kubanischen Strand vorstellt.

nachdem man den Rum gemischt mit dem frischen Kokoswasser getrunken hat, wurde die Kokosnuss geteilt und das frische Fruchtfleisch gegessen
Kuba, wie auf den Plakaten

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