Havanna

Parque Central, der Oldtimer-Parkplatz

Gelandet bin ich in Havanna. Die Hauptstadt der Insel. Die Einreise war total problemlos. Keiner wollte meine mit viel Mühe vorbereiteten Unterlagen sehen. Aber egal. Erstmal ins Airbnb. 

Das Airbnb war zu meiner Überraschung genau so schön wie auf den Fotos: historische Fliesen, antike Möbel. Nur die Auskunft, meinen Host würde Englisch sprechen, stimmte leider gar nicht. Katastrophe! Und noch ein anderes Problem wurde mir plötzlich bewusst: Es gab kein WLAN! Eine Sache über die ich einfach nicht nach gedacht hatte! Aber egal. Hauptsache erst einmal schlafen.

https://www.airbnb.de/rooms/41676432?source_impression_id=p3_1646521359_hRQvJe2upOc%2FmtHG

Am nächsten Morgen bin ich losgelaufen. Kreuz und quer durch die Stadt, auf der Suche nach WLAN und, um ein Gefühl für die Gegend zu bekommen. Ich bin also kreuz und quer durch die Stadt und war nach kurzer Zeit überfordert. Viele Menschen. Viele Autos die quer durcheinander fahren. Straßentiere. Alles war irgendwie zu viel. Zum Glück hatte ich noch schnell am Flughafen in Hamburg eine Offline Map heruntergeladen. Ohne diese App hätte ich niemals mein Airbnb wiedergefunden. 

Internet und Pizza

Nach meinem Mittagsschlaf hatten mich auch schon die ersten besorgten SMS-Nachrichten von Papa erreicht. War ja eigentlich klar, dass er sich als erstes meldet. Aber WLAN hatte ich immer noch keins. Vom Hunger getrieben machte ich mich wieder auf ins Chaos. Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass keiner Englisch spricht. Und, naja, mit meinem Latein kam ich halt auch nicht weiter. Also bin ich erst mal los, um eine Bank zu suchen. Ich brauchte Bargeld. An der ersten Bank war ich so verwirrt über die meterlange Schlange vor dem Automaten, dass ich weitergegangen bin. Bei der zweiten Bank musste ich dann feststellen, dass es dort genau so war. Also stellte ich mich an. So richtig ernst nahm mich aber keiner in der Schlange. Es haben sich permanent Leute vor mich gestellt. Sogar ein Polizist hat sich vorgedrängelt! Irgendwie klappte die Sache mit dem Geld dann doch. Mit meinen ersten Pesos (1€ für 24 CUP) bewaffnet habe ich mich auf die Suche nach was zu Essen gemacht. Am liebsten vegan. Vegetarisch ginge auch. In der Fußgängerzone musste ich feststellen, dass Pizza anschient das mit Abstand beliebteste Gericht ist. Also bestellte ich eine Pizza. Die günstigste. Die wäre dann bestimmt nur mit Käse. Aber hier auch wieder: Die Menschen ignorierten mich einfach, da ich ja kein Spanisch spreche. Ich war total perplex. Sowas ist mir noch nie passiert. Als schließlich keiner mehr vor dem Laden stand, konnte die Verkäuferin nicht anders, als meine Bestellung aufzunehmen. Die Pizza schmeckte wie ein wabbeliger Karton! Aber egal, Hauptsache etwas im Bauch. Ich hoffte nur, dass sich diese kulinarische Erfahrung nicht über die ganze Insel fortsetzen würde und ich einfach nur am falschen Laden war. Sagen wir mal so, ich hatte mich da ziemlich getäuscht. 

Pizza oder was?

Am nächsten Morgen hatte ich keine Wahl, als den Lonely Planet zur Hand zu nehmen. Ohne Internet ist alles sehr sehr viel komplizierter. Wie haben das die Leute früher bloß gemacht? Man kann sich nicht mal ein YouTube-Video mit den Top-Sehenswürdigkeiten von Havana anschauen. Zum Glück gab es im Reiseführer ein Kapitel mit dem Titel „Internet“. Genau das brauchte ich. Dort hieß es, das man sich in einem Etecsa store, einem staatlichen Mobilfunkunternehmen, eine WLAN-Karte kaufen kann. Damit hätte man die Möglichkeit, an verschiedenen Orten der Stadt für 1 € die Stunde ins Internet zu gehen. Also suchte ich auf meiner Offline-Karte so einen Store heraus und lief mit neuer Hoffnung los. Vor diesem Laden war wieder eine Schlange, wie vor fast jedem Geschäft in Havana. Aber diesmal zum Glück: Als ich mich angestellt hatte, hat mich eine junge Türkin angesprochen ob ich auch versuche eine SIM-Karte zu kaufen. Eine SIM-Karte! Was eine einfache Möglichkeit! Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht.

Hemingway und Mojito

Nachdem wir unsere SIM-Karten erhalten hatten und allen zu Hause geschrieben hatten, haben wir beschlossen, unsere wiedergewonnene Verbindung zur Welt zu feiern. Also sind Alisa, so heißt die junge Türkin mit der genialen SIM-Karten-Idee, und ich ins „LA BODEGUITA DEL MEDIO“ gegangen. In diesem Laden wurde einst Mojito, der bekannteste Cocktail von Kuba, erfunden und es gibt live Musik. Sogar Ernest Hemingway sagte mal, dass man dort den besten Mojito der Stadt trinken kann. Dies mussten wir natürlich probieren. Der erste Mojito war mir noch ein bisschen zu stark, aber spätestens nach dem 2. hätte ich Hemingway recht gegeben: Der Mojito ist dort echt unglaublich.

LA BODEGUITA DEL MEDIO, ein Muss bei einem Besuch in Havana
Hemingway trank den Mojito und den Daiquiri wohl aber ohne Zucker
Live Musik gab es natürlich auch

Alisa und ich haben uns so gut verstanden, dass wir dem Mojito ein gemeinsames Abendessen angeschlossen haben. Und aus diesem wurden drei herrliche gemeinsame Tage in Havanna und eine wundervolle Rundreise über die Insel…

Häuserpracht und Dajquiri

Wir haben die Oldtimer vor dem Kapitol bestaunt.

Hatte etwas von einer Zeitreise…
Farblich sortierte Parkplätze

Ich habe jede Menge Fotos von bunten Häusern gemacht. Obwohl, ich muss gestehen, dass die Fotos erst richtig gut aussehen, wenn man den Kontrast in der Fotobearbeitung hochdreht. Man sieht der Stadt sehr an, dass die Wirtschaft nicht gerade boomt und der letzte Farbanstrich bei den meisten Häusern schon sehr lange her ist. Und trotzdem ist es richtig schön!

Wir waren an der Promenade spazieren

Achtung, dabei kann man schnell geduscht werden!

Und noch einmal Hemingway: diesmal im El Florida. Hier gab es seiner Meinung nach den besten Daiquiri. Ein Test war Ehrensache und ich muss sagen: Mit Cocktails kannte er sich gut aus.

Alisa, ich und Hemingway

 

Kunst
Musik

Ein Mojito hat viele Gesichter:

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